Gemeinde braucht Kredit für Kita-Bau

Nach jetzigem Stand müsste Rossau für das Vorhaben einen Eigenanteil von rund 1,6 Millionen Euro tragen und diese Summe finanzieren. Doch der Bürgermeister gibt die Hoffnung auf weitere Förderung nicht auf.

Rossau.

Die Gemeinde will im kommenden Jahr die Kindertagesstätte "Spatzennest" in Niederrossau neu errichten. Notwendig sei das Projekt vor allem im Hinblick auf die bisherige Unterteilung in die Kinderkrippe an Rossaus Hauptstraße sowie den Kindergarten in der alten Schule an der Niederrossauer Kirchstraße, betont Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos). Dabei entstünden doppelte Kosten. Außerdem hat das Landesjugendamt die Betriebserlaubnis für 15 Plätze der Integrativbetreuung nicht verlängert, da sie den aktuellen Anforderungen nicht mehr Genüge tun. Diese Plätze sind Kindern mit körperlichen, geistigen oder sozialen Einschränkungen vorbehalten und bedürfen besonderer räumlicher und fachlicher Ausstattung.

Da ein Ausbau in Niederrossau nicht möglich ist, hatte sich der Gemeinderat für den Komplett-Neubau am Krippen-Standort Hauptstraße entschlossen. Das Gebäude der Krippe soll vorläufig erhalten bleiben. "Erst wenn das neue Gebäude komplett in Betrieb ist, wird auch dieses fallen und alle können in der neuen zusammenhängenden Einrichtung untergebracht werden", sagt der Bürgermeister.

Doch für das Vorhaben muss sich die Gemeinde verschulden. Das bereits im September mit der Entwurfsplanung beauftragte Ingenieurbüro Egerland in Hainichen hat die Kosten auf rund 1,9 Millionen Euro beziffert. Aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" rechnet die Gemeinde Rossau entsprechend der Budgetaufteilung nach Einwohnerzahl mit reichlich 218.000 Euro vom Land Sachsen und 70.000 Euro vom Bund. Dieses Geld soll in das Kita-Projekt fließen. Somit hat Rossau nach derzeitigem Stand einen Eigenanteil von rund 1,6 Millionen Euro selbst zu tragen. Die Kreditaufnahme über die Summe des Eigenanteils hat nun der Gemeinderat beschlossen.

Doch der Bürgermeister hofft noch auf weitere Fördertöpfe, die er für das Vorhaben anzapfen will. So habe er sich bereits an die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) und SPD-Bundestagsmitglied Simone Raatz gewandt. Ergebnislos. Auch einen Antrag auf Zuweisungen für den Kita-Bau ans Landratsamt habe die Gemeinde gestellt. Die Antwort stehe noch aus. "Wir werden alle Fördertöpfe weiter prüfen", so Bürgermeister Dietmar Gottwald.

Wenn der Rossauer Kommunalhaushalt im Frühjahr von der Rechtsaufsicht bestätigt sei, könne man die Aufträge für die Arbeiten ausschreiben, im Sommer mit dem Bau beginnen und voraussichtlich 2018 fertig sein. Zunächst müsse aber noch die Kreditaufnahme ausgeschrieben werden. Dazu will die Gemeinde von mindestens drei Banken, so Kämmerin Evelin Grünberg, Angebote mit einer Laufzeit von nicht unter 20 Jahren abfragen, um die Belastungen für Zins- und Tilgungsleistungen in den kommenden Jahren gering zu halten.

In der dann neuen Kita in Niederrossau werde für die kleinen Tagesgäste alles ebenerdig erreichbar sein. Nach Abschluss der Arbeiten könnten 80 Kinder in der Einrichtung betreut werden, fünf mehr als bisher in beiden Einrichtungen. Raum wäre künftig für zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen. "Mit den 15 wieder zur Verfügung stehenden Integrativplätzen können wir so insgesamt 20 Kinder mehr aufnehmen", resümiert Gottwald. Einen Bedarf dafür sieht er, denn schließlich sinke die Anzahl der Geburten in Rossau nicht.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...