Gemeinde feiert reihenweise Jubiläen

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Vor 525 Jahren wurde die Mittweidaer Stadtkirche geweiht. Doch das ist nicht der einzige Jahrestag, den die Gläubigen begehen.

Mittweida.

Gleich eine ganze Reihe von Jubiläen gibt es in diesem Jahr für die Kirchgemeinde Mittweida zu feiern. So jährt sich die Kirchweihe zum 525. Mal, seit 110 Jahren gibt es die Turmuhr, seit 111 Jahren den Posaunenchor. Letzterer stand am Sonntag im Mittelpunkt: Mit einem Konzert im Rahmen eines Festgottesdienstes feierte der Posaunenchor sich selbst. Damit ging ein Festkreis anlässlich der Jubiläen zu Ende, der auch ein Gemeindefest Mitte September sowie eine Vortragsreihe zur Kirchen- und Stadtgeschichte umfasste.

Informationen über die Geschichte der Mittweidaer Stadtkirche haben Maria Görlitz und Britta Fordran zusammengetragen. Unklar ist, wann der Grundstein für das Gotteshaus gelegt wurde, schreiben die beiden Frauen. Der Grundriss ähnele allerdings dem der romanischen Kirche im Chemnitzer Ortsteil Ebersdorf, welche in ihren Grundzügen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet wurde. Klar ist, dass die Mittweidaer Stadtkirche im Jahr 1290 bereits gestanden haben muss. Denn eine Urkunde aus diesem Jahr erwähnt den Pfarrer Johann von Mittweide. Die Kirche "Unser lieben Frauen" selbst wurde im Jahr 1303 erstmals urkundlich erwähnt.

Das äußere Erscheinungsbild des Gotteshauses ist von verschiedenen Epochen geprägt. Der älteste Gebäudeteil ist das im romanischen Stil gestaltete Figurenportal an der Nordseite. Der Neubau entstand, nachdem Stadt und Kirche im sächsischen Bruderkrieg zerstört worden waren, ab 1453 im gotischen Stil. Laut Maria Görlitz und Britta Fordran hatte die Pläne dafür wahrscheinlich Arnold von Westphalen entworfen. Ihn hatte der Kriebsteiner Burgherr Hugold von Schleinitz empfohlen, da er "solch Gewölbe ohne Pfeiler verfertigen" könne.

Im Jahr 1496 wurde die Stadtkirche schließlich durch den Bischof von Meißen geweiht. Schon ein Jahr zuvor hatten die Kirchglocken urkundliche Erwähnung gefunden. Im Jahr 1539 wurde die Mittweidaer Kirchgemeinde im Zuge der Reformation evangelisch. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurde die Kirche von mehreren Stadtbränden, aber auch Blitzeinschlägen, immer wieder schwer getroffen, im Jahr 1634 fiel sie zudem Plünderern zum Opfer. Dennoch ließen sich die Mittweidaer Gläubigen nicht beirren. Immer wieder aufs Neue setzten sie ihre Stadtkirche instand, statteten sie zudem reich aus. So konnte 1661 der von den Meißenern Valentin Otte und Johann Richter geschaffene Altar geweiht werden. Im Jahr 1888 wurde die Ladegast-Orgel gebaut, welche in den frühen 1930er-Jahren von den Gebrüdern Jehmlich erweitert wurde. Orgel und Altar sind bis heute erhalten, wurden erst vor wenigen Jahren umfassend restauriert.

Fast 60 Mittweidaer Pfarrer listen Maria Görlitz und Britta Fordran in ihrer Übersicht vom 13. Jahrhundert bis heute auf. Seit vier Jahren ist Pfarrer Arndt Sander in der Gemeinde tätig, vor bald zwei Jahren kam Pfarrerin Nina-Maria Mixtacki hinzu. Sie ist nach Susanne Hintzsche, die von 2002 bis 2006 in der Mittweidaer Kirchgemeinde wirkte, erst die zweite Frau, die diese Position innehat.

Ein weiteres Jubiläum gab es übrigens im vergangenen Jahr, als die Kantorei auf ihr 425-jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Auch dieser Jahrestag wurde nun nachträglich gefeiert.

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