Genossenschaft setzt lange gehegten Plan in die Tat um

2,2 Millionen Euro Fördermittel für den Stadtumbau fließen jetzt nach Frankenberg. Auch Menschen mit Behinderung profitieren von der Finanzspritze von Bund und Freistaat.

Frankenberg.

Jens Engmann ist dieser Tage besonders gut gelaunt. Der Technische Vorstand der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft Frankenberg (AWG) nahm stellvertretend für sein Unternehmen einen Fördermittelbescheid vom Staatssekretär des sächsischen Innenministeriums, Günther Schneider (CDU), in Empfang. Mit diesem erfolgt jetzt der Startschuss für ein ehrgeiziges soziales Modernisierungsprojekt.

"Wir wollen Wohnraum für Menschen mit Behinderungen schaffen. Seit Jahren hegen wir diesen Plan, den wir nun endlich umsetzen können", so Wohnungsfachmann Engmann. "Ziel ist es, 15 Domizile in einem mehrgeschossigen Haus im Plattenbaugebiet an der Gutenbergstraße barrierefrei für jüngere und ältere Menschen mit Pflegestufe beziehungsweise einer körperlichen oder geistigen Behinderung auszubauen." Dabei verfolge die AWG aber nicht das Konzept eines Wohnheimes. Stattdessen sollen Wohnformen entstehen, die den künftigen Mietern ein selbstbestimmtes Leben in Frankenberg ermöglichen. Jeder Mieter des perspektivisch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreuten Projektes habe sein eigenes Quartier.


Dafür gelte es etwa, bestimmte Brandschutzmaßnahmen auszuführen, die Etagen rollstuhlgerecht auszubauen und einen Aufzug anzubauen. Laut Jens Engmann seien 1,5 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt, wobei ein Drittel der Kosten aus Fördermitteln bestritten würden. "Zudem haben wir die Zusage erhalten, dass mit Landesmitteln in Höhe von 123.411 Euro der kommunale Eigenanteil anteilig gestützt wird."

Insgesamt vier Zuschusszusagen in Höhe von über zwei Millionen Euro hatte Staatssekretär Schneider kürzlich in Frankenberg überreicht. Mit diesem Geld sollen weitere Projekte der Infrastrukturentwicklung vorangebracht und zudem der Eigenanteil der Kommunen auch für andere für Projekte anteilig gestützt werden. Jens Engmann gehörte zu den Gästen, die der symbolischen Begegnungsrunde im Ratssaal der Stadt gefolgt waren.

Günther Schneider würdigte das AWG-Vorhaben und unterstrich, dass der Freistaat Sachsen ein großes Interesse daran habe, für solch beispielhafte Projekte mit Vorbildfunktion Nachahmer in weiteren Kommunen zu gewinnen. "Schließlich finden Menschen mit Behinderungen auf dem freien Wohnungsmarkt nicht immer geeignete Wohnungen mit der notwendigen Ausstattung. Deshalb ist es uns ein Herzensanliegen, dieses konkrete Projekt in Frankenberg mit Mitteln aus der Städtebauförderung zu unterstützen", so Schneider.

Weitere Zuwendungen aus dem jetzt übergebenen Paket sind beispielsweise dafür bestimmt, einen zentralen städtischen Bauhof zu schaffen, den Aufbau eines Vereinshauses für die Abteilung Kanu des "SV Turbine 1948 Frankenberg" zu unterstützen sowie jene privaten Um- und Ausbaumaßnahmen zu fördern, denen die Stadt Frankenberg unter städtebaulichen und bauhistorischen Aspekten einen besonderen Stellenwert zumisst.

Zudem fließen Finanzhilfen für "Stadtumbau Ost - Geschosswohnungsbau" genannte Vorhaben in Höhe von 220.000 Euro im Programmteil "Rückbau Wohngebäude" sowie in Höhe von 700.000 Euro im Programmteil "Aufwertung".

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