Gericht bestraft Schwarzbau an der Talsperre

Ein Mann soll an der Talsperre Kriebstein ohne Erlaubnis gebaut haben. Das Bußgeld akzeptierte er nicht.

Döbeln/Kriebstein.

Im September ist der Fall schon einmal vor dem Amtsgericht in Döbeln aufgerufen worden. Weil in der Verhandlung aber keine Zeugen des Bauamtes aussagen durften - sie hatten dafür keine Genehmigung - musste das Gericht einen weiteren Verhandlungstermin festlegen. Angeklagt ist ein 57-jähriger Mann, der nicht aus der Region stammt. Er soll Ende 2016 in der Weilbergsiedlung an der Talsperre Kriebstein begonnen haben, einen Erweiterungsbau an seinem Bungalow zu errichten. Für das Bauvorhaben hatte er jedoch keine Genehmigung. Das Bauamt kam dahinter. Der Mann erhielt einen Bußgeldbescheid. Er sollte 600 Euro bezahlen. Das aber wollte er nicht akzeptieren und legte Einspruch ein.

Das Gebiet, in dem der Bungalow des Angeklagten steht, ist baurechtlich als Wochenendgebiet ausgewiesen. Eine Mitarbeiterin des Bauamtes der Gemeinde Kriebstein kontrollierte die Bauten in dem Gebiet auf Verstöße. Bei dem Angeklagten wurde sie fündig.

Zum Tatvorwurf sagte der Beschuldigte, der selbst ein Bauplanungsbüro betreibt, dass er für eine Terrassenüberdachung laut Sächsischer Bauordnung keine Genehmigung brauche. "Terrassenüberdachungen bis 30 und Gebäude bis 10 Quadratmeter bebaute Fläche sowie Konstruktionsteile, die durch eindringende Nässe nicht mehr tragfähig sind und erneuert werden müssen, sind nach Bauordnung genehmigungsfrei", begründete der Mann vor Gericht seinen Widerspruch. Außerdem habe er nicht gewusst, dass die Bungalowsiedlung im Außenbereich liegt. "Das hat weder in dem Schreiben vom Amt noch in dem vom Gericht gestanden", sagte er. Dem hält eine Mitarbeiterin der Gemeinde Kriebstein entgegen, dass er ja beim Bauamt hätte nachfragen können. Außerdem habe er nicht nur eine Terrassenüberdachung errichtet, sondern weiterhin auch einen Schuppen an den Bungalow angebaut. Weil er den Schuppen inzwischen abgerissen hat, verhängte das Amt nur eine Geldbuße im unteren Bereich. Das Bußgeld hätte wegen des baurechtlichen Verstoßes durchaus auch 500.000 Euro betragen können. Richter Janko Ehrlich folgte der Argumentation der Gemeindeverwaltung Kriebstein und verurteilte den Beschuldigten zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro - also exakt der Höhe des zuvor verhängten Bußgeldes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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