Gewässer: Kreis verhängt Pump-Verbot

Aus mittelsächsischen Flüssen und Teichen darf kein Wasser mehr abgepumpt werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Mittweida.

Ab sofort ist die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen, Seen und Teichen in ganz Mittelsachsen verboten. Das teilte Kreissprecher André Kaiser gestern mit. Die untere Wasserbehörde des Landratsamtes habe dazu eine Allgemeinverfügung erlassen. Demnach wird im Kreisgebiet die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern mit Pumpen untersagt.

Grund für das Verbot sind Kaiser zufolge die sehr niedrigen Wasserstände in den meisten Gewässern wegen der anhaltenden Trockenheit. Eine Verbesserung der angespannten Situation sei nicht absehbar. Auch lokal auftretende kurze Regenschauer und Gewitterregen hätten zu keiner Entspannung geführt. Aufgrund der sehr niedrigen Pegelstände seien die Gewässer sowie die Organismen und Pflanzen, die im und am Wasser leben, bereits nachhaltig gestört. Und das Abpumpen oder Ableiten von Wasser aus einem Gewässer verschlimmere die Situation noch erheblich.

Die Entnahme von Wasser gefährde auch die notwendige natürliche Selbstreinigung, da durch niedrige Wasserstände die Sauerstoffzufuhr sinke, während gleichzeitig die Wassertemperatur steige. Hinzu komme: In vielen Fällen werde eine Staustelle errichtet, um das Wasser sammeln und ableiten zu können. "Das Anstauen von oberirdischen Gewässern ohne wasserrechtliche Erlaubnis sowie die Errichtung von Anlagen im oder am Gewässer ohne Genehmigung ist aber verboten", so Kaiser.

Eine gute Nachricht gibt es trotzdem: Das Schöpfen mit Gießkannen, Eimern und Bechern ist weiterhin zulässig, falls im Fluss, Bach, See oder Teich genügend Wasser ist. "Das Schöpfen sollte jedoch mit höchster Zurückhaltung erfolgen. Auf keinen Fall dürfen dadurch Gewässer und Ufer beziehungsweise Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt werden", betont Behördensprecher Kaiser. Wer eine Erlaubnis besitze, die zur Wasserentnahme aus einem oberirdischen Gewässer berechtigt, müsse sich an Menge, Bedingungen und Auflagen halten. Das Pump-Verbot gilt bis einschließlich 5. Oktober. Laut Kaiser wird die Einhaltung des Entnahmeverbotes überwacht. Das Landratsamt nehme insbesondere bei Verdachtsfällen Kontrollen vor. Verstöße könnten mit Bußgeldern von bis zu 50.000Euro bestraft werden.

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