Glögg, Pepparkakor und Nobelpreise

Am Montag werden die begehrten Auszeichnungen in Stockholm verliehen. Bei weihnachtlicher Atmosphäre wollen Professoren aus Mittweida über dieses Thema sprechen.

Mittweida.

Nobelpreise und Vorweihnachtszeit. In Deutschland verbinden nur die Wenigsten diese beiden Ereignisse miteinander. In Schweden ist das ganz anders, weiß Röbbe Wünschiers, Professor an der Hochschule Mittweida, zu berichten. Er war selbst schon dabei, bei dem Spektakel rund um die Preisverleihung am 10. Dezember in Stockholm. Dieses Datum ist in jedem Jahr gleich, da es sich dabei um den Todestag von Alfred Nobel handelt.

Die Ereignisse rund um die Verleihung und die aktuellen Preisträger stellt der Biochemiker und Molekularbiologe am kommenden Montag gemeinsam mit seinen Kollegen, den Professoren Dirk Labudde und Alexander Horn, vor. Eine Veranstaltung, die inzwischen zu einer vorweihnachtlichen Tradition geworden ist. "Seit 2011 machen wir das zusammen. Die Hörsäle sind jedes mal gut gefüllt", freut sich Labudde. Weil diese als Nobelwoche bekannte Zeit um die Preisverleihung immer kurz vor Weihnachten stattfindet, entschieden sich die beiden irgendwann dazu, die Vorlesung in eine Weihnachtsveranstaltung zu verwandeln. "Andere haben da viel Knall und Bumm, aber das ist bei unseren Themen nicht möglich", meint Röbbe Wünschiers. Mit dem spannenden Thema der weltbekannten Auszeichnung für Wissenschaftler wollen sie die fehlenden Effekte wettmachen.

"Wir wollen die Themen so erklären, dass jeder sie verstehen kann", sagt Wünschiers. Er selbst stellt die Arbeiten des Amerikaners James Allison und des Japaners Tasuku Honjo zum Medizinnobelpreis vor. "Da geht es in diesem Jahr um die Krebsforschung. Das ist ein Thema, was alle betrifft", meint er. Daneben will er aber auch über seine Zeit in Schweden sprechen und darüber, wie die Verleihung dort aufgenommen wird: "Bei dem Dinner am 10. Dezember wird von der bunten Presse alles analysiert. Das ist dort ein Ereignis wie der Eurovision Songcontest." Nach seiner Promotion hat er einige Jahre in dem skandinavischen Land gelebt. Die Zeit hat er auch genutzt, um einen Vortrag des damaligen Preisträgers im Bereich Medizin zu besuchen. Eric Kandel war das im Jahr 2000. "Die Preisträger sind Superstars in der Branche. Das ist wie wenn AC/DC oder Michael Jackson die Bühne betreten", erinnert er sich.

Die Vorlesungen, zu denen Glögg und Pepparkakor, also schwedischer Glühwein und Pfefferkuchen, gereicht werden, sind jedes Jahr wieder gut besucht. Unter den Zuhörern sind überwiegend Studierende aus verschiedensten Fachbereichen. Gern würde Wünschiers dort mehr hochschulfremde Zuhörer sehen. "Die meisten von außerhalb werden von den Studenten mitgebracht. Es ist fast so, als würden manche ihren Vermieter mitbringen", scherzt er. Ihm fehle es an Zeit, um mehr Werbung für die Veranstaltung zu machen: "Wir kümmern uns ja schon intensiv um den Inhalt der Vorlesung", so der Wissenschaftler.

Neben dem Medizinnobelpreis stellen die drei Professoren auch die Gewinner der Fachbereiche Physik und Chemie vor. Dabei geht es um eine optische Pinzette und die Entwicklung besonderer Enzyme und Viren.

Die Weihnachtsvorlesung findet am 10. Dezember, 18 Uhr, im Hörsaal 39-041, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, Bahnhofstraße 15, statt.

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