Greifendorfer wollen ihr Kulturhaus behalten

Die Agrargenossenschaft hat sich aus dem Haus zurückgezogen. Die Zukunft ist derzeit offen. Die Gemeindeverwaltung denkt deshalb über eine Vereinbarung nach. Vereine begrüßen das.

Greifendorf.

Seitdem die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg im vergangenen Jahr aus dem Greifendorfer Kulturhaus ausgezogen ist, diskutieren die Einwohner des Rossauer Ortsteils über die Zukunft ihres dörflichen Zentrums. Da die Agrargenossenschaft immer noch Eigentümer des Hauses ist, denkt die Gemeinde über eine Nutzungsvereinbarung mit ihr nach, will aber zuvor alle Möglichkeiten abwägen.

"Fakt ist, dass die Agrargenossenschaft das Haus nicht mehr nutzen wird", sagte der Rossauer Bürgermeister Dietmar Gottwald bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Zwischen der Gemeinde und dem Betrieb bestehe derzeit nur eine mündliche Vereinbarung. Norbert Hohmann nutzte die Gelegenheit, um die Räte für den Erhalt des Kulturhauses zu sensibilisieren. "Wir nutzen im Kulturhaus die Küche für unser Catering, da das Kulturhaus sehr nah an unserem Hauptstandort liegt", sagt der Inhaber des Restaurants "Schmiedelandhaus". Dadurch seien im Kulturhaus auch immer zwei Arbeitskräfte anwesend. "Wir haben diese eigens dafür eingestellt", so Hohmann, der deshalb für die Nutzungsvereinbarung plädiert. "Wenn die Gemeinde das nicht tut, sind wir auch raus", so Hohmann. Im Falle einer Nutzungsvereinbarung wäre er mit seinem Unternehmen nicht mehr Untermieter der Agrargenossenschaft, sondern der Gemeinde. "Das Kulturhaus ist zudem das einzige Objekt im Dorf, wo 160 Gäste Platz haben und getanzt werden kann", fügte Hohmann an.

Einen emotionalen Vortrag hielt Maria Harthun, die für die Finanzen im Greifendorfer Jugendklub zuständig ist. "Unsere großen Feste und Veranstaltungen finden im Kulturhaus statt. Wir brauchen die Einnahmen, um den Jugendklub zu betreiben", sagte sie. "Außerdem würde das Dorfleben leiden, wenn es keine Veranstaltungen mehr gibt", erklärte Jennifer Martens vom Jugendklub an.

Für Gemeinderat Roy Kulmann (Freie Wähler Rossau) könne die Kommune nicht die Immobilie herrichten, um Vereine zu finanzieren. "Das Kulturhaus ist ein Wirtschaftsgut und muss kostendeckend sein. Die Gemeinde kann nicht als Basis für die Existenz des Jugendklubs das Wirtschaftsgut stemmen." CDU-Gemeinderat Rudolf Braune schlug vor, das Haus zum Kauf ausschreiben zu lassen, sodass sich eventuell ein privater Eigentümer findet. Allerdings wurde kritisiert, dass die Raummiete dann unbezahlbar für die ortsansässigen Vereine werden könnte. Diesbezüglich hat die Verwaltung bereits eine Kalkulation entworfen. "Jährlich wären 2862,61 Euro notwendig", sagte Andre Singer vom Ordnungsamt. Darunter fallen unter anderem die Instandhaltung, Elektro- und Bauhofarbeiten sowie die Abfallentsorgung. "Bei zehn Veranstaltungen im Jahr wären die Kosten mit mindestens 280 Euro Raummiete gedeckt", rechnete er vor. "Wir haben auch die Räume im Seifersbacher Rathaus mit Gemeindegeld hergerichtet. Dort ist jetzt jedes zweite Wochenende eine Veranstaltung, weil es sich herumgesprochen hat. Das ist auch in Greifendorf möglich", sagte der Bürgermeister.

Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst. In der Sitzung im Mai soll den Räten der Entwurf zur Nutzungsvereinbarung ausgehändigt werden, über diesen könnte dann im Juni eine Entscheidung fallen.

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