Großbrand bei Pyral: Was wir wissen und was nicht

Einsatz dauerte rund 44 Stunden - Keine erhöhten Schadstoffwerte gemessen - Schadenshöhe wohl sechsstellig

Mittweida.

Nach rund 44 Stunden hat die Feuerwehr am Montag gegen 17.30 Uhr das Gelände des Recyclingbetriebs Pyral im Mittweidaer Ortsteil Lauenhain verlassen. In einer Halle war am Samstagabend ein Feuer ausgebrochen. "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen zum Brand.

Wie lief der Einsatz am Montag?

In der Nacht wurden laut dem Mittweidaer Wehrleiter René Schröter wie auch am Sonntag Glutnester im Hallendach bekämpft. Am Morgen seien zwischen 5 und 6 Uhr die meisten Feuerwehrleute abgezogen worden. Zurück blieben vier Kameraden, die bei nur noch leichter Rauchentwicklung die letzten Glutnester beseitigten. Unterstützung kam von einem Statiker, der ermittelte, an welchen Stellen das Dach, das teils eingestürzt war, sicher betreten werden konnte. Dies habe der Feuerwehr geholfen, besser an die Glutnester heranzukommen, erklärte Schröter.

Warum hat der Einsatz fast zwei volle Tage gedauert?

Laut Pyral hatte sich die Dachpappe im Inneren des Hallendachs entzündet. Dabei sei die Glut in schwer erreichbare Bereiche vorgedrungen, erklärte René Schröter. Weil das verbliebene Dach einsturzgefährdet war, konnten die Kameraden darauf auch nicht risikolos zu den betroffenen Stellen laufen.

Waren Anwohner zu irgend einem Zeitpunkt in Gefahr?

Die Polizei ging aufgrund des Qualms zunächst von einer Gefährdung aus, sagte am Montag Polizeisprecher Andrzej Rydzik. Die Bevölkerung sei aus diesem Grund in der Nacht zu Sonntag unter anderem mit Funkdurchsagen gewarnt worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Gefahrgutzug habe im Umfeld Messungen der Luft vorgenommen, teilte Landratsamtssprecher André Kaiser mit. "Dort wurden keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen nachgewiesen." Im Leitsystem der Kläranlage, in der das Löschwasser behandelt wurde, sei keine Veränderung der pH- und Sauerstoffwerte oder der Temperatur festgestellt worden, sodass keine Gefährdung vorliege, berichtete Ulrich Pötzsch vom Trink- und Abwasserzweckverband ZWA.

Wie ist das Feuer entstanden?

Ein Brandursachenermittler sei am Montag vor Ort gewesen und habe Akkus im Abfallmaterial gefunden, teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Das Feuer sei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Selbstentzündung zurückzuführen, ein eindeutiges Ergebnis stehe aber noch aus. Bereits am Sonntag hatte Pyral-Sprecher Stephan Trutschler eine Selbstentzündung als wahrscheinlichste Ursache benannt.

Wie viele Feuerwehrleute waren im Einsatz?

Rund 250 Feuerwehrleute waren laut Schröter im gesamten Verlauf der Löscharbeiten vor Ort. Neben der Mittweidaer Feuerwehr mit allen Ortswehren seien auch die Feuerwehren aus Frankenberg, Altmittweida, Erlau, Rossau, Schönborn-Dreiwerden und Seifersbach alarmiert worden. Unterstützung erhielten sie vom Deutschen Roten Kreuz, vom Technischen Hilfswerk, der Polizei, vom Erkundungszug des Landkreises und Mitarbeitern von Pyral. Letztere übernahmen nach Ende des Einsatzes die Brandwache.

Wann wird der Betrieb bei Pyral wieder aufgenommen?

Rings um die Halle sei die Arbeit bereits wieder aufgenommen worden, sagte Stephan Trutschler. "Die Mitarbeiter sind da, räumen auf und sortieren", so der Pyral-Sprecher.

Wird das Landratsamt die Betriebsauflagen verschärfen?

Dazu könne derzeit keine Aussage getroffen werden, teilte die Behörde mit. Laut Trutschler sei jedoch geplant, dass die Feuerwehr das Unternehmen im Laufe der nächsten Wochen zu weiteren Brandschutzmaßnahmen berät. Wehrleiter René Schröter bestätigte dies.

Wie hoch ist der Sachschaden?

Dem Pyral-Sprecher zufolge dürfte der Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich liegen. "Das hängt davon ab, was der Statiker sagt." Klar sei, dass das Hallendach neu aufgesetzt werden muss, unklar hingegen, ob auch die Wand erneuert werden muss. Auch die Einsatzkosten standen laut Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) am Montag noch nicht fest.

Wird es eine Dankesaktion für die Einsatzkräfte geben?

Schreiber kündigte an, mit Vertretern der Feuerwehr über Art und Weise der Danksagung sprechen zu wollen. Auch Pyral will sich an einer Dankesaktion beteiligen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...