Große Sprünge des Rossauer Kängurus

Die Familie Eismann aus Rossau hat jede Menge tierischen Nachwuchs. Den können Besucher zum Hoffest am Wochenende bewundern.

Rossau.

Zwei Wallabys, Vertreter einer kleinen Art der eigentlich in Australien beheimateten Kängurus, leben schon seit einiger Zeit auf dem Hof von Rainer und Betina Eismann in Niederrossau. In diesem Jahr ist ein Jungtier hinzugekommen. Das Känguru-Baby habe vor fünf Monaten das erste Mal seine Nase aus dem Beutel der Mutter gesteckt, erzählt Betina Eismann.

Zur Nebenerwerbs-Landwirtschaft der Familie gehört aber auch eine Mutterkuh-Herde mit Kälbern. Zudem leben auf dem rund zwei Hektar großen Areal etwa 50 Alpakas und fünf Nandus. Zum Hoffest am Samstag und Sonntag können die Besucher den Tieren ganz nahe kommen, die ruhigen und friedlichen Alpakas dürfen sie sogar anfassen und an der Leine führen.

"Es ist unser zehntes Hoffest. Wir wissen, dass viele Leute bereits sehnsüchtig darauf warten. Sie wollen unsere Tiere wiedersehen und schauen, was an Nachwuchs neu hinzu gekommen ist", sagt Betina Eismann. Die jungen Nandus aus dem Vorjahr sind inzwischen fast ausgewachsen und große, imposante Laufvögel geworden. Bei den Alpakas, einer aus den südamerikanischen Anden stammenden domestizierten Kamelform, sind in den vergangenen vier Monaten mehrere Jungtiere auf die Welt gekommen. "Es ist eine Freude, die erst wenige Wochen oder Monate alten Alpakas über die Weide rennen zu sehen", versichert Betina Eismann.

Begonnen habe sie die Zucht 2004 mit einer weißen Stute, die von einem schwarzen Hengst gedeckt wurde, erzählt Betina Eismann. Seither strebe sie als Zuchtziel eine dunkle Fellfarbe an, doch es gebe Tiere in unterschiedlichen Farbschattierungen.

Während des Hoffestes finden Führungen zu den Gehegen statt. Dabei sollen die tagsüber meist verborgenen Kängurus aufgespürt, die Nandus und vor allem die Alpakas besucht werden. Die flauschigen Tiere mit den großen dunklen Augen begrüßen Gäste meist mit einem neugierigen Blick. Manche dürfen laut Eismann am Halfter geführt werden. Außerdem können die Besucher von den Hausherren Wissenswertes über die Haltung und die Bedürfnisse der in Deutschland als Exoten geltenden Nutztiere erfahren. In Rossau gibt es seit 2009 sogar einen weiteren Alpaka-Zuchtbetrieb im Ortsteil Moosheim. Hier leben nach Angaben von Anja Ulbricht, der Ehefrau des Züchters Jens Ulbricht, aktuell fünfzehn dieser Tiere. Am 3. Oktober ist in dem Bauerngut an der Straße Am Nonnenwald das nächste Hof- und Alpakafest geplant.

Alpakas sind nach Einschätzung von Betina Eismann und Jens Ulbricht zwar pflegeleicht und genügsame Pflanzenfresser. Die artgerechten Haltung erfordere jedoch besondere Kenntnisse. Beide haben dafür an Schulungen teilgenommen. Laut Eismann fühlen sich die Herdentiere in einer Gruppe am wohlsten. "Sie sind das ganze Jahr draußen", sagt sie. Für ihre Alpakas gibt es ein kleines Häuschen als Schutz vor zu viel Sonne, Regen oder eisigem Wind. Nur Gras von der Wiese fressen sollten die Alpakas nicht. "Das ist viel zu eiweißreich, deshalb bekommen unsere Tiere jeden Tag Heu", berichtet Betina Eismann.

Um die Herde und die Verarbeitung der Alpakawolle kümmert sich die gesamte Familie. Der 17-jährige Sohn Moritz hilft bei der Versorgung der Tiere, seine 19 und 21 Jahre alten Schwestern Christina und Elisabeth spinnen und stricken in ihrer Freizeit neben dem Studium. Einige Produkte des Hofes wie Alpakawolle oder daraus gefertigte Tücher, Stofftiere und Bettdecken werden beim Hoffest zum Verkauf angeboten.

Am Wochenende gibt es für die Besucher zudem Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltes. Für Kinder soll eine Stroh-Hüpfburg aufgebaut werden.

Das Hoffest in Rossau, Hauptstraße 59, findet am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

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