Hainichen bekommt weitere Pflegeplätze

In die Feierstimmung zum Richtfest für das Seniorenheim im Zentrum mischt sich Kritik am Stadt-Kurs: Im Stadtrat werden Forderungen laut, mehr für die Barrierefreiheit in der Innenstadt zu tun.

Hainichen.

Für rund zehn Millionen Euro baut das Berliner Unternehmen Recona auf dem Gelände der alten Hainichener Molkerei an der Spülgasse das Seniorenpflegeheim "Leinenweberhof". Es wird einmal etwa 120 älteren Menschen Platz bieten. In Betrieb gehen soll diese mittlerweile zweite Pflegeeinrichtung innerhalb der Stadt im Frühjahr nächsten Jahres. Gestern wurde Richtfest gefeiert.

"Eigentlich sollte schon im August Richtfest sein", sagte Recona-Geschäftsführer Ralf Eric Nestler gestern auf der Baustelle. Doch die knapp ein Meter starke und harte Bodenplatte der alten Molkerei, die als Vorgängergebäude abgerissen werden musste, habe das Vorhaben um etwa acht Wochen verzögert. "Wir werden den Übergabetermin aber trotzdem einhalten", versicherte der Firmenchef. Nach der Fertigstellung werde der Gebäudekomplex an die in Oberursel ansässige Casa Reha Holding verpachtet, die das Heim dann betreibt. Der Pachtvertrag habe eine Laufzeit von 20Jahren.

Bei Casa Reha freut man sich schon auf die neue Herausforderung. "Es ist ein sehr schöner Standort hier in Hainichen. Ende April etwa soll der Bau fertig sein. Danach erfolgt die Innenausstattung, danach dann der Bezug", erklärte Kristina Emrich vom Baumanagement. Mit 71 Heimen gilt Casa Reha als einer der führenden privaten Träger im Bereich der stationären Seniorenpflege in Deutschland. Etwa 70 neue Arbeitsplätze werden am Standort Hainichen entstehen.

Der Pflegekomplex wird einmal über 88 Einzel-, 12 Doppel- und 6 Partnerzimmer verfügen. Alle Räume erhalten Telefon-, Radio- und TV-Anschluss. Auch gebe es Gästezimmer für Besucher oder zum Probewohnen. Das neue Heim bietet stationäre Pflege in allen Pflegestufen und auch Kurzzeitpflege an. Für die Sicherheit der Bewohner gebe es ein integriertes Notrufsystem in allen Zimmern und eine schnelle Hilfe rund um die Uhr. Im Außenbereich werde eine Gartenanlage errichtet. Das Gebäude selbst, so heißt es, verfügt über ein elegantes Foyer.

"Hainichen hat Glück, dass eine der größten Privatinvestitionen hier im Stadtzentrum getätigt wird", sagte gestern Vize-Bürgermeister Jan Held (SPD) und wünschte den Baufirmen ein unfallfreies Arbeiten.

Der Chef der Oppositionsfraktion im Stadtrat, Donald Bösenberg (CDU), mahnte in der bevorstehenden Diskussion des Haushalts 2017 an, dringend auch Geld für die barrierefreie Gestaltung der Hainichener Innenstadt einzuplanen. "Über dieses Thema haben wir schon lange nicht mehr geredet", sagte er am Rande des Richtfestes. Die Menschen würden immer älter, die Anzahl der Betreuungsplätze steige, mehr ältere Menschen kämen dadurch auch in die Innenstadt. "Da müssen wir dringend etwas tun." Die Hainichener sind erleichtert, dass dieses Areal, das viele Jahre ungenutzt stand, nun wieder eine Zukunft hat. Helmut Freiherr von Hebel, dem einst das gesamte 15.000 Quadratmeter große Gelände gehörte, hatte jenen Teil, auf dem zurzeit gebaut wird, an Recona verkauft. Wie er gestern der "Freien Presse" sagte, habe er noch weitere Pläne. Auf dem Teilstück der ehemaligen Brauerei wolle er als Bauherr ein Gebäude mit 37 Plätzen für betreutes Wohnen errichten. Der Bau soll beginnen, wenn das Seniorenpflegeheim fertiggestellt ist.


Seniorenbetreuung ausgebaut

In Hainichen wird die Anzahl der Pflegeeinrichtungen in den nächsten Jahren weiter steigen.

Das bislang einzige Pflegeheim in der Gellertstadt ist die DRK-Einrichtung an der Ziegelstraße mit 85 Pflegeplätzen, 15 Tagespflegeplätzen und sieben betreuten Wohnungen.

Im Frühjahr 2017 soll das neue Pflegeheim "Leinenweberhof" an der Spülgasse mit 120 Plätzen in Betrieb gehen. Auf dem Gelände der alten Mittelschule ist ein weiteres Seniorenpflegeheim mit 130 Plätzen geplant. Errichten will es die KPM-Bau Limbach-Oberfrohna. Geplanter Eröffnungstermin ist Frühjahr 2018.

Zusätzlich gibt es in Hainichen derzeit rund 150 Plätze im betreuten Wohnen. Zu den größeren Wohnanlagen in der Stadt gehören dabei der Ottendorfer Hang 3, der "Goldene Löwe" und die 24 altersgerechten Wohnungen im Objekt an der Hainichener Feldstraße, in dem 26 Senioren betreut werden. (ule)

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