Hainichen legt Vision vom Autohof vorerst zu den Akten

Vor einem Jahr wurden die Pläne für eine Investition von 15 Millionen Euro vorgestellt. Der Stadt liegt nun eine Absage vor. Beteiligte sehen dennoch Chancen für die Zukunft.

Hainichen.

Den für Herbst angekündigten Baustart für einen neuen Autohof in Hainichen wird es nicht geben, somit auch nicht die vor einem Jahr schon für 2019 avisierte Fertigstellung. Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) hat das Projekt vorerst zu den Akten gelegt, er gibt die Hoffnung aber nicht auf.

"Der Stadtrat und auch ich standen der Sache von Anfang an positiv gegenüber", sagt Greysinger. "Wir haben als Verwaltung daher versucht, die Investoren nach bestem Wissen und Gewissen bei ihren weiteren Plänen zu unterstützen." So habe das Stadtoberhaupt im Frühjahr 2018 beim regionalen Planungsverband Westsachsen durchgesetzt, dass das Areal zwischen Staatsstraße, Autobahn und Hagebaumarkt nicht mehr, wie vor vielen Jahren erwirkt, als Vorsorgefläche für Großindustrie im Regionalplan enthalten ist. "Eine solche Ausweisung hätte dem Autohofbau im Weg gestanden" , so Greysinger.

Im Frühjahr habe er erfahren, dass die ursprünglich als Investor auftretende Firma Paribus abgesprungen sei. Schon kurz nach der Vorstellung der Pläne vor einem Jahr seidie CC Connaught GmbH aus Hamburg als Investor aufgetreten. Zwei neue Investoren hätten nun im Juni bei ihm im Rathaus vorgesprochen und seien optimistisch gewesen, die Sache zu einem guten Ende bringen zu können. "Ende Juli kam jedoch auch von den beiden Herren Absagen", sagt Greysinger. "Man begründet dies insbesondere mit der Tatsache, dass Vermietungsbemühungen der Flächen für Tankstelle, Hotel und Gastronomie nicht erfolgreich verlaufen sind."

Gegenüber "Freie Presse" bestätigte dies einer der früherenInteressenten am Telefon, der nicht namentlich benannt werden will. Die Fläche selbst gehört laut dem Bürgermeister einer Süddeutschen. Die Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf nutzt das Areal seit vielen Jahren für den Ackerbau. "Uns gehören auch einige Flächen, einen Teil haben wir gepachtet", erläuterte Vorstandsvorsitzender Silvio Hainich. Ihm sei bekannt, dass hier eigentlich ein Autohof hin soll. Damit geht er auch davon aus, das Feld als Landwirt irgendwann nicht mehr bestellen zu können.

AuchGreysinger hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Vorhaben, das bis zu 100 Arbeitsplätze bringen sollte, doch noch realisiert wird. Deshalb sei es auch kein Fehler, die Vorhaltefläche für Großindustrie aufzugeben. Immerhin würde das Feld gegenüber in Richtung Schlegel immer noch genügend Areal für Großinvestoren bieten. "Früher oder später wird dort gebaut", so Greysinger. "Es ist einfach eine sehr günstige Lage."

Projektentwickler Gottfried Brand, der schon 2016 die ersten Pläne für den Autohof ins Gespräch brachte, zeigte sich auf Nachfrage ebenso optimistisch: "Aktuell hat sich der Investor für einen anderen Baustandort im Ruhrgebiet entschieden", sagte der Waldheimer. "Es gibt aber Leute, die Hainichen noch im Auge haben. Auch ich gebe der Sache noch eine Chance und denke, dass wir noch in diesem Jahr einen wichtigen Schritt voran kommen."

Zumindest Silvio Hainich weiß schon, was im nächsten Jahr auf dem Feld an der Autobahn wachsen wird: "Nach derzeitigem Stand bauen wir dort Wintergerste an."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...