Hainichen plant im Stadtgebiet vier mobile Internetzugänge

Wo soll der erste öffentliche WLAN-Hotspot errichtet werden? Zur Debatte stehen der Markt, das Gellert-Museum, das Sportforum und das Schulzentrum. Inoffiziell gibt es schon einen Favoriten.

Hainichen.

Eigentlich sollte der Stadtrat am Mittwoch voriger Woche beschließen, dass vier öffentliche Internetzugänge an vier verschiedenen Stellen des Stadtgebietes errichtet werden. Doch mit Sitzungsbeginn wurde dieser Punkt kurzerhand von der Tagesordnung gestrichen. Wie Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) auf Nachfrage der "Freien Presse" später erklärte, gebe es noch Verhandlungsbedarf. "Ich bin mir sicher, dass wir diese Hotspots schaffen werden. Strittig ist zurzeit aber, mit welchem Standort wir beginnen."

Gemäß einem Vorschlag der Verwaltung ist vorgesehen, diese Hotspots an den Bereichen Gellert-Museum, Markt, Sportforum und Schulzentrum einzurichten. Doch gegenwärtig gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadt Hainichen und dem Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland. Der Verein, der unter anderem auch mit Hainichen ein gemeinsames touristisches Vermarktungsgebiet - eine sogenannte Destination - bilden möchte, favorisiert laut Greysinger den Bereich des Gellert-Museums für den ersten Hotspot. "Das möchten wir aber nicht. Denn möglicherweise werden dadurch Leute angezogen, die wir dort nicht brauchen. Es hat in diesem Bereich immer mal Vandalismus gegeben. Die Blumenuhr wurde mehrfach zerstört", gibt Greysinger zu bedenken. Mit dem Verwaltungsausschuss sei er sich einig geworden, lieber mit dem Marktbereich zu beginnen. Denn dieses Areal habe man besser unter Kontrolle, könne Erfahrungen sammeln, wie solch ein mobiler Internetzugang angenommen werde. Und vor allem würde dieser zur Belebung der Innenstadt beitragen, glaubt der Bürgermeister. So könne man testen, ob auch an anderen Stellen Hotspots errichtet werden. "Und wir können uns verschiedene Optionen offenhalten, wenn der Schuss nach hinten losgehen sollte." Eventuell könnte das Surfen im Internet auf zwei Stunden begrenzt oder die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt werden. Und vielleicht gebe es noch ganz andere Erfahrungen, die die Stadt dann mache.

Um überhaupt ein solches Projekt anzugehen, benötige die Kommune Fördermittel. Und um diese zu bekommen, müsse die Stadt mehrere Voraussetzungen erfüllen. Um den Fördermittelantrag stellen zu können, müssen unter anderem ein Nutzungskonzept, ein Tourismuskonzept und ein Finanzierungsplan vorliegen. Der finanzielle Eigenanteil der Stadt soll aus Spenden gedeckt werden. Da es für die Stadt schwierig sei, die Hotspots selbst zu betreiben, hat sie ein Betreibermodell vorgeschlagen.

Und so sollte zur jüngsten Stadtratssitzung eigentlich auch ein Tourismuskonzept beschlossen werden. Doch auch dieser Punkt wurde zu Sitzungsbeginn von der Tagesordnung genommen - spätere Begründung: Das Konzept sei noch nicht ausgereift. CDU-Stadträtin Monika Bauer hatte bereits mehrfach angemahnt, doch endlich Profis mit der Erarbeitung derartiger Konzeptionen zu beauftragen. "So etwas muss von Fachleuten gemacht werden", forderte sie und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Erarbeitung eines Handelskonzepts, das die Stadt dringend brauche.

Da bislang auch noch kein Tourismuskonzept vorliegt, müssen die Hainichener weiterhin auf einen solchen Hotspot warten. Denn wie es aus der Verwaltung heißt, wäre ein einzelner Standort wegen der vorgegebenen Bagatellgrenze von unter 5000 Euro nicht förderfähig. Eine Kostenrechnung besagt, dass zwei Hotspots etwa 7200 Euro kosten würden und damit gefördert werden könnten. Greysinger hat aber angekündigt, den Hotspot am Markt auf jeden Fall schaffen zu wollen - möglichst noch in diesem Jahr. Und wenn nötig, auch ohne Fördergeld vom Freistaat.

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