Hainichener Firma liefert europaweit

Die Kerma Verbandstoff GmbH - das älteste Unternehmen der Stadt - versorgt Kunden bis nach Griechenland und Frankreich. Dieses Jahr gibt es was zu feiern.

Hainichen.

Elke Altermann ist seit 30 Jahren im Betrieb, gehört zur elf Mitarbeiter zählenden Stammbesatzung und lobt das familiäre Klima, das im altehrwürdigen Fabrikgebäude an der Hainichener Ziegelstraße herrscht. Ob Kompressen, Verbandmull, Verbandwatte oder Tupfer - vieles, was Ärzte und Pfleger brauchen, kommt aus der Kerma Verbandstoff GmbH. Der älteste durchgehend bestehende Betrieb in Hainichen feiert dieser Tage ein Jubiläum. Denn genau vor 25 Jahren gelang die Reprivatisierung, ging die Firma zurück in Familienhand.

"Wir haben ältere Maschinen ebenso hier wie sehr moderne Technik", verweist Geschäftsführerin Ulrike Kermes auf das Innenleben der denkmalgeschützten Fabrik, die einst ihr Urgroßvater 1913 erbauen ließ und die in den zurückliegenden Jahren Stück für Stück modernisiert wurde. "Wenn Kunden spezielle Wünsche haben, können wir auf Zuruf reagieren", so die Chefin. Denn Verbandzellstoff beispielsweise werde in verschiedenen Abmessungen benötigt. Auch Spitztupfer, die HNO-Ärzte brauchen, würden bei Kerma gefertigt. Größter Abnehmer sei der pharmazeutische Großhandel, aber auch Sanitätshäuser, Kliniken, Pflegeheime und Apotheken beliefert das Hainichener Familienunternehmen. Durch spezielle Lagerhaltung sei man in der Lage, Kundenwünsche sofort zu erfüllen. "Wir liefern bundesweit, doch auch nach Tschechien, Holland, Österreich, Frankreich, in die Schweiz und nach Griechenland", erklärt Verena Kermes, die seit 20 Jahren in der Firma mitarbeitet und für den Verkauf zuständig ist. Die Verpackungen für die Medizinprodukte würden in Eppendorf bedruckt. Über viele Jahre habe sich die Firma einen festen Kunden- und Lieferantenstamm aufgebaut. Die Verkaufschefin weiß: "Man muss ständig dranbleiben."


Aus der Firmenchronik

1886 gründete Friedrich Max Kermes einen Vertrieb von Flanell- und anderen Binden sowie Verbandsstoffen.

1913 wurde der Betrieb von der Talstraße in einen Neubau an die Ziegelstraße verlegt.

1945 - nach Kriegsende - konnte die Firma zu neuer Blüte geführt werden.

1972 wurde der Betrieb zwangsverstaatlicht und später dann ein Werk des VEB Vliestextilien Lößnitztal.

Nach der Wende gelang es Erbin Margit Kermes und ihrem Schwiegersohn Eckart Rüdiger als Geschäftsführer, den Betrieb wieder in den Familienbesitz zurückzuholen. (ule)

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