Hainichener Hausmeister - der Mann hinter dem Holzmotorrad vom Wintertreffen

Zum Wintertreffen in Augustusburg ließ Jürgen Detsch das Publikum staunen. Sein Motorrad hat er aus Eiche gebaut - und die Maschine läuft.

Hainichen/Falkenau.

Das Motorrad von Jürgen Detsch aus dem Hainichener Ortsteil Falkenau war zum Wintertreffen auf der Augustusburg eine Überraschung. Dabei ist die aus Holz gebaute Maschine gar nicht mehr so neu. Schon zu Ostern 2017 hat sie der Hobbybastler erstmals angeworfen, allerdings nicht auf der Straße, denn eine Zulassung hat das Eichenholz-Gefährt der Marke Eigenbau natürlich nicht.

Detsch hatte das Bike deshalb mit dem Transporter nach Augustusburg gebracht. Zur Präsentation auf der Bühne lief die Maschine perfekt. Die Zuschauer staunten. Für den 56-Jährigen ist das nichts Neues. Das Gefährt war auch schon zum Bikertreffen in Krumbach, beim Mopedrennen in Hainichen, dem Oldtimertreffen in Hartmannsdorf und einer Veranstaltung im Harz der Star. Auch zu den Harley-Tagen in Dresden hat Detsch den dicken Bikes die Show gestohlen. Dabei fährt er auf der Straße selbst so ein kultiges, amerikanisches Modell.

Sein Holz-Bike ist aber nun mal ein Unikat, erdacht zu Weihnachten 2016 und dann in wenigen Monaten erbaut. Den Eichenholzrahmen halten Eisenteile zusammen, die er auch selbst gefertigt hat. Nur beim Schweißen habe der Bruder geholfen. Der Motor ist ein Hatz-Diesel mit nur 200 Kubikzentimetern und vielleicht acht Pferdestärken. Ein Getriebe gibt es nicht, dafür eine Fliehkraftkupplung. Detsch muss also nicht schalten. Der Gashebel sitzt am Rahmen gleich neben dem Keilriemenspanner. In den kleinen Tank, auch mit Holz verkleidet, passen gut fünf Liter. Lange Strecken fährt Detsch ohnehin nicht, was weder an den Trabant-Reifen noch an der Höchstgeschwindigkeit von etwa zehn Kilometern pro Stunde liegt. Das Bike ist nicht für den Straßenverkehr gedacht, hat zumindest hinten eine Bremse und vorn ein Licht, genauer gesagt ein Teelicht.

Vor etwa 20 Jahren hat Detsch, der als Hausmeister an der Hainichener Oberschule arbeitet und lange Jahre als Gemeindewehrleiter fungierte, seine Leidenschaft für das Holz entdeckt. Er begann mit dem Drechseln, das Schnitzen kam dann dazu, später das Schnitzen mit der Kettensäge. 2004 nahm er erstmals eine selbst gebaute Pyramide, die von der Straße aus sichtbar ist, in Betrieb. Seinen Hof zieren inzwischen dutzende Figuren, von der Eule über den Zwerg bis zum Bär.

Sogar eine Kettensäge hat er mit der Kettensäge schon geschnitzt. "Wenn ich einen Stamm sehe, kann ich schon abschätzen, was daraus mal werden kann", sagt Detsch. Pläne für das neue Jahr hat er in Sachen Holzbearbeitung noch nicht. Dafür stehen schon wieder mehrere Fahrzeugtreffen im Kalender.

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