Heimatverein bangt um Zukunft

Nur eine Handvoll Mitglieder sorgt dafür, dass die Heimatstube in Altmittweida regelmäßig öffnen kann. Ohne weitere Ehrenamtler ist der Erhalt des kleinen Museums in Gefahr.

Altmittweida.

Barbara Matthes und Sigrun Bemmann begrüßten dieser Tage zwei Besucher aus Rossau und ein Pärchen aus Weinsdorf in der Altmittweidaer Heimatstube. Die zwei Frauen und weitere drei Mitglieder gehören zum aktiven Kern des Heimatvereins. Bei Arbeitseinsätzen sind sie dabei, inventarisieren Gegenstände und sichern die Öffnungszeiten ab. "Wir haben noch zwei weitere Mitglieder und einen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kommen kann. Ein Mitglied wohnt in Essen und ist eher selten verfügbar", erklärt Barbara Matthes die eher übersichtliche Vereinsstruktur.

Zurzeit könne der Verein die Besuchszeiten in der Heimatstube jeden zweiten Samstag im Monat mit je zwei Mitgliedern noch absichern. Auch bei den Arbeitstreffen zweimal monatlich sei Verlass auf die Mitglieder. "Aber wenn sich keine neuen Mitstreiter finden, ist der Erhalt der Heimatstube gefährdet", stellt Barbara Matthes klar. Seit 1994 lebt sie in der Gemeinde und interessiert sich sehr für Heimatkunde. Deshalb hat sie den Verein mitgegründet und setzt sich ehrenamtlich für die Bewahrung der Historie ein.

Als Altmittweida 2009 seine 800-Jahr-Feier beging, gab es auch einen geschichtlichen Einblick. "Das Material, was damals ausgestellt wurde, stieß auf großes Interesse. So wurde der Gedanke geboren, einen Heimatverein zu gründen", blickt Barbara Matthes zurück. Das war 2010. Ein Jahr später konnten die Heimatfreunde um Vereinschef Hans Steinhoff ihre Heimatstube in Besitz nehmen. Diese ist von der Gemeinde gepachtet und wird dem Verein zur Verfügung gestellt.

Die Vision des damaligen Bürgermeisters war die Erstellung einer Chronik. "Dieses Vorhaben müssen wir leider zu den Akten legen. Trotz aufwendiger Recherchen haben wir nicht viel aus der Vergangenheit erfahren und nachweisbare Belege gefunden", begründet Sigrun Bemmann vom Verein. So seien aber zumindest zwei Broschüren entstanden, in denen das Wissen zusammengetragen wurde.

Inzwischen sind zudem fast alle der knapp 1000 Gegenstände inventarisiert. In der Heimatstube finden Besucher Ausstellungen zum bäuerlichen Alltag, über die Handwerkerschaft, über den Handel und das Vereinsleben. 2018 kam eine kleine Schulstube neu hinzu. Dort wurde Mobiliar und Unterrichtsmaterial aus der hiesigen Schule für die Nachwelt erhalten. Die Vereinsmitglieder wollen ihr Augenmerk auch auf die Verkehrsentwicklung legen. Zudem würden sie gern in der Weihnachtszeit eine spezielle Schau anbieten. "Aber uns fehlt ganz einfach die Kraft dazu", sagt Sigrun Bemmann.

Denn die bestehenden Ausstellungen müssten dafür umgeräumt und neugestaltet werden. "Das schaffen wir nicht mehr. Leider haben sich seit unserer Gründung keine Interessenten gefunden, die tatkräftig mitwirken wollen", erklärt Sigrun Bemmann enttäuscht.

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