Heiner und sonst keiner

Skulptur am Gymnasium zeigt berühmten Schüler

Frankenberg.

Bei Egon Olsen war die Zigarre nur Requisit - bei Heiner Müller (1929-1995) echter Katalysator des Denkprozesses. Viele Fotos zeigen den Dichter, nach Worten ringend, um den Dunstschleier vom Antlitz der Zeit reißen, während er Nebelschwaden in die Luft bläst. In dieser Pose blickt nun die bronzene Skulptur des Dichters auf Frankenberg - von einer Nische des Gymnasiums aus, an der er 1948 sein Abitur ablegte, bevor er sich dann anschickte, in Brechts Fußstapfen zu treten und bald darüber hinauszuwachsen.

Die Büste des Dresdner Künstlers Ullrich Eißner ergänzt den Skulpturenpfad Frankenberg. Wer wissen will, wie es aussieht, wenn die Zigarre tatsächlich glimmt, muss nur ein Stück weiter zur Carolastraße gehen. Dort steht, ebenfalls neu, Ralph Siebenborns Skulptur "Zigarrenrohr", die dank LED nachts rot leuchtet. Eine Hommage an die Zigarrenfabrik Heinrich Ernst Wacker, die von 1853 bis 1964 und also auch zu Müllers Zeiten dort saß. (fhob)

Sascha Aurich

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