"Ich habe mir meine Träume erfüllt"

Der Sänger und Moderator Gunther Emmerlich ist dankbar, dass er auch mit 74 Jahren seinen Beruf ausüben kann

Frankenberg.

Schon mehrfach begeisterte Gunther Emmerlich sein Publikum in Frankenberg. Am Sonntag ist der Sänger und Entertainer Stargast der Radeberger Musikanten, die ihre zehnte Veranstaltung in der Stadt feiern. Über das Programm, sein künstlerisches Schaffen und Tricks vor einer Opernpremiere sprach er mit Ingolf Rosendahl.

Freie Presse: Ihr Gastspiel mit den Radeberger Musikanten ist ein einmaliges Programm mit Ohrwürmern aus Musical, Operette, Swing und Dixieland. Haben Sie mit den Musikern schon früher zusammengearbeitet?

Christoph Ulrich

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Gunther Emmerlich: Das sind zum Großteil Kollegen von der Sächsischen Staatskapelle. Mit denen arbeite ich schon ein halbes Leben zusammen, auch in kammermusikalischen Konstellationen. Die Radeberger Musikanten feiern jetzt ihren zehnten Auftritt in Frankenberg. Ich freue mich sehr, bei diesem Jubiläum dabei sein zu dürfen.

Sind es solche frischen Ideen, die Sie als Künstler motivieren, auch mit 74 Jahren noch auf der Bühne zu stehen?

Ich setze mein künstlerisches Schaffen nicht ins Verhältnis zu meinem Alter. Ich bin auf der Bühne, solange es mir Spaß macht und solange ich Leute vorfinde, denen es ähnliche Freude bereitet. Wenn man mich auf mein Alter anspricht, sage ich gern: Ich habe es kommen sehen. Ich bin dem lieben Gott dankbar, dass er mich bei relativ guter Gesundheit meinen Beruf ausüben lässt.

Gibt es eine Partie, die Sie gern singen würden oder eine Bühne, auf der Sie gern stehen möchten, was bislang aber nicht gelang?

Ich muss bei aller Bescheidenheit sagen: Ich habe mir meine Träume erfüllt. Ich hechle nicht irgendwelchen nichterfüllten Träumen hinterher. Das ist auch nicht gut für die Seele. Ich habe in New York in der Carnegie Hall gesungen, in Oslo vor dem König und in Hongkong vor Chinesen. Das sind drei wichtige Eckpunkte, dazu kommen noch die Semperoper in Dresden, die Berliner Philharmonie und Konzerte in Italien und Spanien.

Was raten Sie einem jungen Menschen, der heute Opernsänger werden möchte? Doch lieber Bauwesen zu studieren, wie Sie zunächst?

Das Bauingenieurstudium hat mir eine gewisse Grundsicherheit gegeben. Wenn es mit dem Musikstudium nicht geklappt hätte, und ich hätte nicht mit der Aussicht auf eine Gesangskarriere an den Start gehen können, wäre ich Bauingenieur geworden. Das wäre auch in Ordnung gewesen. Es hat mir eine gewisse Lockerheit gebracht. Ich bin dadurch immer auf dem Teppich geblieben. Ich glaube aber nicht, dass man daraus eine Regel ableiten kann.

Das "Toi, toi, toi", vorzugsweise vom Intendanten hinter der Opernbühne, ist ein bekanntes Ritual. Was sollte man vor einer Premiere aber tunlichst lassen?

Ich weiß, dass man auf der Bühne nicht pfeift und nicht isst. Das "Toi, toi, toi" ist längst ritualisiert. Man spuckt über die linke Schulter und bedankt sich nicht. Und mit dem Teufel hat das nichts zu tun. dahl

Gunther Emmerlich und die Radeberger Musikanten "Von Polka bis Swing" live am Sonntag ab 15 Uhr im Stadtpark Frankenberg , Hammertal 3. Karten im Vorverkauf für 29 Euro, Tageskasse 32 Euro.

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