Ich lese gerade ...

Am heutigen Dienstag ist der Internationale Tag des Buches. Lesen ist nach wie vor eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Das sagt nicht nur die Leiterin der Freiberger Stadt- und Kreisbibliothek.

Freiberg.

An welches Buch erinnern Sie sich am liebsten? Gehören Bücher noch zum Leben dazu? Karla Grießbach, sie leitet die Stadt- und Kreisbibliothek im Freiberger Kornhaus, bestätigt zumindest, dass die Anzahl der Leser in dem Haus steigt. "Wir haben im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr etwa 100 Bibliotheksnutzer mehr", resümiert sie und spricht von 5066 aktiven Nutzern der Einrichtung. Erfreulich dabei besonders: Die Anzahl der jungen Leser sei ansteigend. Laut Karla Grießbach konnten 2018 etwa 100 Nachwuchs-Leser registriert werden. So nutzten nun reichlich 1430 Kinder bis 12 Jahre die Bücherei aktiv.

Dennoch sieht die Büchereichefin ein Problem: "Es gibt auch Familien, in denen das Buch keine Rolle spielt. Dabei ist es wichtig, die Kinder sehr zeitig mit Büchern vertraut zu machen, in der Kindereinrichtung und Grundschule", sagt sie. Veranstaltungen biete die Bücherei im Kornhaus regelmäßig. Doch auch bei älteren Kindern komme es darauf an, das Lesen zu fördern. Hilfreich sei das Leseprojekt der Sparkasse mit Schulen, begleitet von der "Freien Presse". Ziel ist, dass Oberschüler nach einem Besuch der Bibliothek sich bis Schuljahresende dreimal Medien ausleihen. "Wenn 70 Prozent der Klasse teilnehmen, gibt es eine Anerkennung für die Schüler wie auch für die Klassen.


Bei den Büchern stehe neben Belletristik auch Sachliteratur, zum Beispiel Reiseerlebnisse und Hobbyliteratur oben auf der Ausleihliste. Hinzu kommen Krimis, ebenso historische Romane. "Da geht besonders das frühe 20. Jahrhundert in der Ausleihe", sagt die Fachfrau. Bei Jugendlichen gefragt sei besonders die Fantasy. Zudem bemerkten die Bibliothekarinnen, dass nach Vorstellungen und Rezensionen von Neuerscheinungen diese Titel gefragt sind. Karla Grießbach selbst befasst sich gerade mit einer Trilogie zur Industriekultur. "Ich habe mit dem ersten Band der Trilogie begonnen. Das Buch heißt ,Der Jahrhundertsturm'", erzählt sie. Die Stadt- und Kreisbibliothek führe neben der Ausleihe ein Wunschbuch, in dem Leser sich für bestimmte Bücher vormerken lassen können. "Wir versuchen, die Wunschbücher zu beschaffen."

Im Buchprogramm in der Geschäftsstelle der "Freien Presse" am Obermarkt in Freiberg sind es nach den Worten von Mitarbeiterin Iris Weißbach vor allem Bücher über die Zeit der DDR, die bei den Kunden begehrt sind. "Gut verkaufen wir gegenwärtig die Bücher ,Das Leben in der DDR', aber auch ,Verschwundene Orte in der DDR'", sagt sie und fügt an: "Bei den Kinderbüchern sind besonders die Geschichten vom kleinen Maulwurf gefragt."

Auch im Freiberger Stadtteil Zug gibt es eine kleine Bücherei in den Räumen Am Daniel, die dem Brauchtumsverein am Herzen liege, wie dessen Chef Gerd Bellmann sagt. Man wolle Gelegenheiten nutzen, den Kindern das Lesen näher zu bringen, sie zu begeistern und so die Bücherei im Bewusstsein der Zuger stärker zu verankern. Am 17. Mai gibt es deshalb eine Lesenacht, bei der Kinder ab 19 Uhr eingeladen sind. Zunächst lauschen sie Geschichten und verbringen danach die Nacht in der Bücherei. (mit hh/wjo)


Interesse wächst

Heike Wenige, Inhaberin des Freiberger Taschenbuchladens, liest nicht nur von Berufs wegen. Über Tipps nach der Buchmesse sprach Astrid Ring mit ihr.

Freie Presse: Frau Wenige, was bedeutet für Sie der Internationale Tag des Buches?

Heike Wenige: Er ist für uns Gelegenheit, auf unser Lieblingsmedium aufmerksam zu machen. Das gelingt uns derzeit gut mit der Aktion "Ich schenk Dir eine Geschichte" der Buchhändler für Kinder der 4. und 5. Klassen, die gerade scharenweise in unseren Laden kommen und sich ihr Buch abholen. Dieses Jahr beschenken wir über 400 Kinder und im Gegenzug lassen wir uns erzählen, was sie gern lesen. Und ganz im traditionellen Sinne verschenken wir an diesem Tag auch eine Rose, wie es in Spanien Brauch ist.

Ist Lesen eigentlich noch im Trend?

Ich denke schon, da uns das ja täglich im Laden durch Gespräche mit den Kunden bestätigt wird. Es ist sogar so, dass auch wir Literatur empfohlen bekommen. Wir bemerken, dass das Gespräch über Literatur gesucht wird - und das wird eher mehr.

Wie gestalten Sie Lesen für Ihre Interessenten spannend?

Vorrangig, in dem wir selbst lesen und so eben viel über Inhalte, Sprache und Lesegefühl erzählen. Aber auch mit unseren Veranstaltungen. Zum Beispiel zu unserer "Kultur zum Mittag"-Zeit jeden ersten Dienstag im Monat lassen wir Bücher bzw. Texte von Autoren vorstellen. Unsere Lesungen sollen immer Anregung sein.

Was können Sie nach der Leipziger Buchmesse empfehlen?

Es ist nicht leicht, aus der Vielzahl der Frühjahrsschönheiten auszuwählen. Mein Lieblingsbuch ist "Die Liebe im Ernstfall" von Daniela Krien, einer Leipziger Autorin. Aber auch Jaroslav Rudis "Winterbergs letzte Reise", Tschechien war Länderschwerpunkt zur Messe, ist eine schöne Geschichte.

Was lesen Sie selbst gerade?

Das Buch der Buchmessepreisträgerin Anke Stelling "Schäfchen im Trockenen". Sie bringt schnörkellos Dinge auf den Punkt, das tut mitunter weh.

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