In Arnsdorf wird nun alles geklärt

Das Abwasser aus dem Striegistaler Ortsteil kann über ein neues Pumpwerk in eine zentrale Anlage fließen. Der Zweckverband hat gut 2,3 Millionen Euro investiert.

Arnsdorf.

Der Abwasserzweckverband "Obere Freiberger Mulde" (AZV) hat die zentrale Abwasserentsorgung im Striegistaler Ortsteil Arnsdorf fertiggestellt. Gestern erfolgte die wasserwirtschaftliche Abnahme eines Pumpwerks, das nun das Herzstück der Investition in Höhe von 2,3 Millionen Euro ist. Bei der ersten Planung im Jahr 2008 war man noch von 1,7 Millionen Euro ausgegangen. Das Geld steckt laut AZV-Geschäftsführer Frank Lessig vorwiegend in der Erde, denn überirdisch ist im Dorf kaum etwas zu sehen. Allein die B 169 sei mit Bohrungen elfmal unterquert worden.

Das Pumpwerk an der Berbersdorfer Straße unweit der Teiche arbeitet zum Beispiel tief unter der Erde. An der Oberfläche sind dort nur zwei Deckel, ein Schaltschrank und zwei Belüftungsdome zu sehen. In fünf Bauabschnitten wurden von März 2016 bis heute 120 Grundstücke mit 330 Einwohnern an die zentrale Entsorgung angeschlossen. Dazu wurden 3,6 Kilometer Kanäle gebaut, vom Pumpwerk geht eine 1,7 Kilometer lange Druckleitung zur Kläranlage nach Dittersdorf. Bislang hatten die Arnsdorfer laut Lessig alle eigene Kläranlangen, der Großteil war aus DDR-Zeiten und bis zu 40 Jahre alt. Der Anschluss an das Entsorgungssystem geht auf einen zehn Jahre alten Beschluss der AZV-Verbandsversammlung zurück und schütze vor allem die Umwelt.

Bislang floss das Abwasser aus den mechanischen Kleinkläranlagen über den Dorfbach ab. Laut Lessing mussten für vier Kubikmeter aus der Klärgrube pro Jahr als Durchschnittswert rund 100 Euro bezahlt werden. Für die gesetzlich geforderte Abwasserentsorgung werden nun jährlich 400 Euro pro Haushalt fällig. Einfach gerechnet wäre das eine Vervierfachung der Kosten. Dem widerspricht neben Lessig auch Christian Fischer, Bauleiter der in Arnsdorf tätigen Firma LFT, weil auch die Leistungen erweitert worden seien. So hätten sich die Grundstückseigentümer nicht mehr selbst um eine Entsorgung der Fäkalien zu kümmern. Noch wichtiger: Sie müssen nicht selbst in eine biologische Kleinkläranlage investieren, die allein beim Material mit 6000 Euro anzusetzen sei.

Fünf vollbiologische Kleinkläranlagen, die erst in jüngerer Vergangenheit errichtet worden sind, können laut AZV vorerst weiter betrieben werden. Alle anderen Einwohner müssen sich bis Ende des Jahres an das neue Netz anschließen lassen. Der Verband habe für jedes Grundstück einen Anschluss geschaffen, die Anbindung an das Haus sei Sache des Eigentümers. Etwa zehn Familien würden bereits in das neue Netz einleiten.

Im Pumpwerk kann Klärwärter Kay Engel dies auch bestätigen. Die Anlage liegt sieben Meter unter der Erde. Dort gibt es für das pneumatische Pumpwerk zwei je drei mal vier Meter große Räume. Diese Technik sorgt dafür, dass die Leitung immer belüftet wird, was laut Lessig den unangenehmen Kläranlagen-Geruch fast komplett unterdrücke. Einmal pro Woche kontrolliert ein Mitarbeiter das Pumpwerk. Störungen werden aber jederzeit den zuständigen Technikern auf deren Smartphones angezeigt.

Ein gut sichtbares Zeichen für die Investition ist entlang der B 169 im Ort zu sehen. Vom Abzweig der Berbersdorfer Straße bis Ortsausgang in Richtung Greifendorf gibt es einen gepflasterten Fußweg - in der für ganz Striegistal typischen Farbe "Herbstlaub." Darunter liegen viele Leitungen. Etwa 100.000 Euro der Kosten für den Fußweg trägt die Gemeinde. Die Ampelregelung, die seit bereits Februar bestand, ist seit drei Wochen aufgehoben.

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