In Lunzenau gibt es jetzt eine Kinderfeuerwehr

Auf spielerische Weise sollen schon Kinder ab fünf Jahren an die Arbeit in der Feuerwehr herangeführt werden. Gute Erfahrungen gibt es bereits.

Lunzenau.

Den Nikolaustag haben die Lunzenauer Feuerwehrmänner als Anlass genommen, um ihre Kinderfeuerwehr zu gründen. Marika Uhlemann und Julia Bludau werden die Jüngsten betreuen. Im Januar soll es richtig losgehen. "In unserer Jugendfeuerwehr sind 13 Mädchen und Jungen aktiv, und deren jüngere Geschwister haben auch Interesse an der Feuerwehr gezeigt. Deshalb haben wir uns für die Kindergruppe entschieden", sagt Jugendwart Jens Aßmann.

Julia Bludau gehört der Lunzenauer Wehr seit 2014 an. Zuvor hatte sie in der FFW Penig die Minifeuerwehr geleitet. Auch Marika Uhlemann, Ehefrau des Wehrleiters, hatte in ihrem vorherigen Wohnort Radeberg die Gründung einer Bambini-Feuerwehr vorangetrieben. Seit 2015 lebt sie in Lunzenau und hatte schon immer im Hinterkopf, auch hier so etwas auf die Beine zu stellen.

Mittlerweile zeigen die eigenen Kinder (fünf und anderthalb Jahre) Interesse an der Feuerwehr. "Monatlich wollen wir die Jüngsten ab fünf Jahre auf kindliche Art und Weise an die Aufgaben der Feuerwehr heranführen. Wir werden auch basteln und singen und die Kinder auf die Jugendwehr vorbereiten, in die sie mit acht Jahren eintreten können", sagt Marika Uhlemann, die mit etwa zehn Kindern am Anfang rechnet. "Wir müssen uns frühzeitig um Nachwuchs für unsere aktive Wehr kümmern, deshalb unterstützen wir die Gründung der Kinderfeuerwehr", erklärt Wehrleiter Volker Uhlemann. Auch Bürgermeister Ronny Hofmann freut sich über die Initiative und betont, dass auch Kinder der vier Ortswehren das Angebot der Lunzenauer nutzen.

Bei der Rochlitzer Feuerwehr steht 2021 das 60-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr an. Das soll gebührend gefeiert werden - in der Hoffnung, dass das bis dahin möglich ist. "Unsere Jugendfeuerwehr profitiert von den Bemühungen, schon jüngere Kinder für die Feuerwehr zu begeistern. In der Grundschule betreue ich über die Ganztagsbetreuung eine Kinderfeuerwehr mit Schülern aus der 2. Klasse", berichtet Heiko Hellfeuer, der gleichzeitig seit 32 Jahren stellvertretender Jugendwart bei der FFW Rochlitz ist. Im nächsten Jahr will seine Mutter Bärbel Hellfeuer nach über 50 Jahren die Leitung der Jugendfeuerwehr an ihn abgeben.

Seit mehr als fünf Jahren werden in der Kinderfeuerwehr die Sechs- und Siebenjährigen an das Feuerwehrwesen herangeführt. "Ich denke, das ist das richtige Alter. In den ersten Jahren meldeten sich 30 Kinder, das war zu viel. Jetzt arbeite ich mit zehn", berichtet Heiko Hellfeuer, der jeden Freitagnachmittag dazu an die Grundschule geht. Viele Mädchen und Jungen sind schon mit acht Jahren in die Jugendfeuerwehr gewechselt. Der Vorteil an der Grundschule sei, dass auch Kinder aus sechs umliegenden Orten mitmachen können. "Sie entscheiden dann, ob sie in ihrem Heimatort, wenn möglich, in die Jugendfeuerwehr eintreten. Hauptsache ist, dass es ihnen Spaß macht und sie der Feuerwehr erhalten bleiben", stellt der Rochlitzer Feuerwehrmann fest. In die Rochlitzer Feuerwehr wechselten 2019 sieben 16-Jährige aus der Jugendfeuerwehr.

Weitere Kinderfeuerwehren gibt es in Auerswalde, Burgstädt, Claußnitz, Königshain, Milkau, Obergräfenhain und Penig.

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