Junger Klassiker rollt durch Mittweida

Die Teilnahme an der Rallye Sachsen Classic ist für Torsten Kaiser in diesem Jahr besonders aufregend. Denn diesmal kommt das längste mobile Museum in seine Heimatstadt.

Mittweida.

Gut 70 Jahre Automobilgeschichte vom Oldtimer, Baujahr 1926, bis zum jungen Klassiker aus den 1990er-Jahren bilden die mehr als 180 Teilnehmer der Sachsen Classic mit ihren Fahrzeugen ab. Die Rallye gilt als längstes rollendes Automobilmuseum und kommt in der 16. Auflage auch nach Mittelsachsen. Dass die Klassiker auch durch Mittweida fahren, freut einen Fahrer besonders: Denn für Torsten Kaiser führt die Tour am Samstag zu seinem Wohnort.

Der 41-Jährige ist zum zweiten Mal dabei, frönt damit nicht nur seiner Leidenschaft für das Automobil. Denn auch beruflich hat Kaiser einen Bezug zu Oldtimern. Der Mittweidaer ist Bezirksdirektor der Württembergische Versicherung AG, die unter anderem eine Spezialversicherung für Oldtimer und sogenannte Youngtimer-Pkw anbietet. "Über den Kontakt unserer Hauptverwaltung in Stuttgart zu den Veranstaltern bin ich zur Teilnahme an der Sachsen Classic gekommen", erklärt Kaiser. Und so könne er seinem Beifahrer und Kollegen aus Stuttgart mit seinen Ortskenntnissen bei der Fahrt, die von Zwickau über Tschechien, das Erzgebirge und Mittelsachsen nach Chemnitz führt, auch viel über die Region berichten.

Dabei können sie im Gegensatz zu manchem Oldtimer-Lenker einige Annehmlichkeiten genießen, die der junge Klassiker von Torsten Kaiser vorzuweisen hat. So verfügt sein BMW 850i über eine Klimaanlage, was zum gestrigen Start in Zwickau sicher von Vorteil war. Und auch sonst schwärmt Kaiser von den technischen Daten seines Zweitwagens, Baujahr 1991: 300 PS leistet der Motor mit einem Fünf-Liter-Hubraum und zwölf Zylindern. "Das ist ein klassischer Sauger ohne Turbo, der die Kraft noch aus dem Hubraum zieht", erklärt Kaiser. Als das Modell 1989 auf den Markt kam, galt es als Technologieträger, verfügt unter anderem über eine mitlenkende Hinterachse und elektrisch verstellbare Sitze - was bei anderen Autos erst Jahre später zum Standard gehörte. Erworben hat ihn Kaiser 2008. "Ich hatte mich nach einem Zweitfahrzeug umgeschaut, welches nicht an Wert verliert", so der Autofan. So sei er auf den Wagen der bayrischen Autoschmiede gestoßen. Immerhin gebe es nach Kaisers Information heute noch etwa 2000 BMW 850i dieser Ausstattung, die zugelassen sind. Etwa 20.000 dieser Autos seien gebaut worden. "Schon aufgrund der Stückzahlen wird das ein Klassiker", ist Kaiser überzeugt. Er betrachte den Wagen aber nicht als Wertanlage, "ich habe Freude an dem Fahrzeug".

Seine Leidenschaft fürs Automobile sei schon früh ausgeprägt gewesen. Geschraubt habe er in der Jugendzeit an seinem ersten Moped. Auch an dem BMW sei noch einiges zu machen gewesen. Gemeinsam mit einem Freund arbeitet der gelernte Versicherungskaufmann an dem Youngtimer. "An der Mechanik mache ich alles selbst mit einem Freund." Im Alltag nutze er den BMW nicht, zumal er ähnlich wie ein Oldtimer versichert sei. Nur bei Ausflügen, oft mit der Familie, oder zu BMW-Treffen und eben jetzt bei der Sachsen Classic gehe er gern auf Tour mit dem Wagen. Auf die mehr als 580 Kilometer lange Strecke freut sich Kaiser - vor allem auf den Samstagnachmittag, wenn er in Mittweida zur Zeitnahme am Technikumplatz vorüberfährt.

Die Sachsen Classic ist gestern gestartet. Die dritte Etappe am Samstag führt durch das Erzgebirge und Mittelsachsen unter anderem nach Mittweida.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...