Kfz-Kennzeichen: Vielfalt nimmt zu

In Mittelsachsen sind die Nummernschilder mit den Kennbuchstaben für die Altkreise weiter auf dem Vormarsch. Dazu kommen über 4000 "Neulinge" - zum Teil von weit her.

Hainichen.

An den Kfz-Kennzeichen der Mittelsachsen lässt sich vor allem eines ablesen: Heimatverbundenheit. Die statistischen Zahlen der Zulassungsbehörde belegen darüber hinaus aber noch etwas anderes: Aus dem Landkreis sind in den vergangenen vier Jahren mehr als 2100 Fahrzeuge "abgewandert".

Seit dem 1. Januar 2015 können Fahrzeughalter beim Umzug bundesweit ihr altes Nummernschild behalten. Auf diese Weise haben bislang laut Landratsamt 4067 "Neulinge" einen Dauerstellplatz zwischen Neuhausen und Rochlitz gefunden. Die Palette reiche von B für Berlin über M für München bis zu CUX für Cuxhaven. In der gleichen Zeit seien 6176 mittelsächsische Kennzeichen aus dem Landkreis mitgenommen worden, weiß Pressesprecher André Kaiser: "Durch die bundesweite Mitnahme bei Umzug gibt es einen 'bunten' Kennzeichenbestand."

Nach wie vor dominieren im Kreis aber die FG-Kennzeichen: Am 30. November 2018 gab es laut Landratsamt 143.930 "Freiberger" auf hiesigen Straßen. Das seien jedoch fast 4000 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegensatz dazu ist die Mittweidaer MW-Fraktion in dem Jahr um fast 500 auf 46.775 fahrbare Untersätze gewachsen. Auch die anderen Altkreise haben zugelegt: Das Döbelner DL um reichlich 1900 auf 37.635, das Rochlitzer RL um mehr als 1150 auf 11.163, das Hainichener HC um 771 auf 8183, das Brand-Erbisdorfer BED um 390 auf 3851 und das Flöhaer FL um 302 auf 3843 Fahrzeuge. "Der Anstieg ist in meinen Augen eine nicht zu unterschätzende Werbung für unsere Stadt und unterstreicht auch, dass man stolz darauf ist, aus unserer Region zu stammen und dies damit auch bewusst öffentlich kundtut", sagt dazu Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger. Zugleich verschwinden die 2008 durch Eingemeindung von Ortsteilen von Chemnitz, Geithain, Marienberg und Leipzig nach Mittelsachsen gekommenen Ortskenner C, GHA, MAB und L sukzessive aus der Registratur der mittelsächsischen Zulassungsbehörde. Wie Kaiser bestätigt, kann jeder Mittelsachse bei der Anmeldung seines Fahrzeugs eine von sieben Buchstabenkombinationen für sein Kennzeichen beantragen. Für die Auswahl zwischen FG, MW, DL, RL, HC, FLÖ und BED werde keine Extra-Gebühr berechnet. Anders ist das, wenn der Autobesitzer die Buchstaben und Zahlen selbst wählen will. "Die Gebühr für ein Wunschkennzeichen beläuft sich laut bundesweiter Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr auf 10,20 Euro."


Kommentar: Stolz auf die Heimat

Offenbar entscheiden sich viele Mittelsachsen bei der Neuanmeldung eines Autos für ein Nummernschild mit den Kennbuchstaben für ihren Altkreis. Die mit der Kreisreform 2008 einheitlich für alle Neuzulassungen im Landkreis vorgeschriebenen FG-Kennzeichen werden Jahr für Jahr weniger.

Dafür nimmt der Bestand an den sechs übrigen Altkreis-Kürzeln in Mittelsachsen stetig zu. Rein rechtlich könnte zwar beispielsweise ein Freiberger auch ein Rochlitzer Kennzeichen wählen. Mangels sinnvoller Buchstabenkombinationen im Anschluss dürfte das Interesse daran aber sehr gering sein. Auf den ersten Blick dafür geeignet scheint nur FLÖ - aber ob FLÖ-HA, FLÖ-TE oder FLÖ-HE für die große Mehrheit witzig ist, darf bezweifelt werden. Daher ist die wachsende Vielfalt der Kfz-Kennzeichen eher ein Zeichen für den Stolz auf die Heimat.

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