Kindergartenplätze werden teurer

Altmittweidaer Räte einigen sich auf eine Erhöhung der Elternbeiträge. Hort und Krippe sind davon aber nicht betroffen.

Altmittweida.

Ab Januar 2020 müssen Eltern mehr für Kindergartenplätze in Altmittweida bezahlen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend einer neuen Satzung zugestimmt. Für Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt werden künftig bis zu 108 Euro für neun Stunden Betreuung fällig. Bisher waren es 102 Euro.

Die Verwaltung hatte empfohlen, den Elternbeitrag von 21 auf 22,6 Prozent der durchschnittlichen Betriebskosten im Kindergarten anzuheben, um einen Teil der gestiegenen Kosten zu decken. Dabei würden in die Berechnung nur Personal- und Sachkosten einbezogen. Abschreibung, Zinsen und Miete seien nicht enthalten, sagte Anke Kluge, Fachbereichsleiterin Finanzen im Mittweidaer Rathaus. Laut Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) werden mit der Erhöhung reichlich 3000 Euro mehr in die Gemeindekasse fließen.

Die Aufnahmekapazität im Kindergarten liegt bei 83 Kindern, davon können allerdings bis zu 24 Plätze für Krippenkinder ab 2 Jahre genutzt werden. Für Krippe und Hort ändern sich die Elternbeiträge nicht. Eltern von Krippenkindern bezahlen derzeit laut Verwaltung 19 Prozent der Betriebskosten (204 Euro), von Hortkindern 25 Prozent (65 Euro). Die Gemeinde bleibt damit in dem vom Freistaat Sachsen empfohlenen Rahmen: Der Elternbeitrag sollte 15 bis 23 Prozent der durchschnittlichen Personal- und Sachkosten für einen Krippenplatz und 15 bis 30 Prozent für einen Kindergartengartenplatz nicht überschreiten. Für Kinder im letzten Kindergartenjahr und Hortkinder liegt die Höchstgrenze bei 30 Prozent.

In den vergangenen Beratungen war die Debatte um die neue Beitragshöhe kontrovers geführt worden. Einige Räte hatten sich gegen die Mehrbelastung für die Eltern ausgesprochen. Die Mehrheit hielt jedoch dagegen, dass die Gemeinde immer mehr zuschießen müsse. Ein höherer Beitrag für Eltern sei angemessen und zumutbar, hieß es mehrfach. Verbesserungen in der Ausstattung und im Betreuungsangebot seien bislang immer vor allem zu Lasten der Kommune gegangen, betonte Miether. "Wir sind froh, dass es im Ort viele Kinder gibt. Die Ausgaben für die Einrichtung belasten den kleinen Ort jedoch zunehmend stärker", sagte er.

Gemeinderat Ralph Steiner (CDU) kritisierte, dass die Kommune auf einen Großteil der Kosten keinen Einfluss habe. Zuweisungen und Zuschüsse seien zudem nicht im gleichen Maß gestiegen, wie die Mehrausgaben, zum Beispiel durch höhere Löhne für die Erzieherinnen aufgrund von regelmäßigen Tarifanpassungen.

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