Kinderleicht: Mit Yoga Kunst entdecken

Gut die Hälfte der Gäste im Hainichener Gellert-Museum ist jünger als 18 Jahre. Dafür sorgen viele pädagogische Angebote. Das Haus sieht sich damit gut gerüstet.

Hainichen.

Die Äste der Bäume schwingen im Wind. Dann werden sie ganz schwer und hängen nach unten. Wenig später werden aus den Bäumen kleine Krokodile, die mit den Wellen schwimmen und sich sogar drehen.

"Krokodil-Sport" nennt Anja Müller diese Übungen aus dem Kinder-Yoga. Und ihre Bäume und Krokodile sind Mädchen und Jungen aus dem DRK-Kindergarten "Storchennest" in Hainichen, die auf diese Art spielend leicht die neue Sonderausstellung im Museum erkunden.


Die Illustrationen zum Kinderbuch "Kein Problem, sagte das Krokodil" von Anja Mikolajetz sind für die museumspädagogischen Angebote in Hainichen wie geschaffen. Die Schau ist noch bis 29. August zu sehen. "Kinderyoga war immer schon ein Wunsch. Mit unserer neuen Mitarbeiterin können wir das nun anbieten", erklärt Museumsleiterin Angelika Fischer.

Erst seit ein paar Wochen verstärkt Anja Müller das Team. Die studierte Theaterwissenschaftlerin, Jahrgang 1974, stammt aus Waldheim und war bereits in mehreren deutschen Städten tätig. Nun lebt sie wieder in der Region. "Für uns ist sie ein Glücksfall", sagt Angelika Fischer. Anja Müller gibt das gern zurück: "Es läuft einfach wunderbar. Es ist sehr abwechslungsreich, die Kinder sind kreativ, und in der Vorbereitung entstehen immer neue Ideen, die wir demnächst auch umsetzen wollen."

Fast 40 Gruppen haben das Museum in diesem Jahr schon besucht. Spezielle Angebote gibt es für Kindergärten, Vorschüler, die Grundschule, aber auch Oberschulen und Gymnasien. "Stammgäste" sind die Kitas der Stadt, der Hort, die Marbacher Grundschule und die Frankenberger Oberschüler, die sich jedes Jahr in einer Projektwoche mit dem Papierschöpfen beschäftigen.

"Auch Kindergeburtstage werden bei uns gefeiert", erläutert die Leiterin. Solche Veranstaltungen haben im Nachgang schon für Besuche von Schulklassen gesorgt. Reichlich 2200 Besucher hat das Museum im Jahr, mehr als die Hälfte ist jünger als 18 Jahre. Etwa 70 Prozent der Gäste nutzen Aktionen und Führungen. 60 Veranstaltungen sind es durchschnittlich pro Jahr, Tendenz steigend. "Ohne spezielle Angebote werden es Museen künftig schwer haben", ist Angelika Fischer überzeugt. "Wir setzen auf Austausch und direkte Kommunikation statt auf Audio-Guides. Das Museum ist ein Vermittlungsort, keine Einbahnstraße." Das zeige auch das aktuelle Projekt mit dem Künstlerpaar Frances und Everett Duarte, das am Mittwochnachmittag mit einem Rundgang durch den Stadtpark abgeschlossen wird.

Gellert-Museum im Stadtpark Hainichen, Oederaner Straße 10. Geöffnet ist regulär Sonntag bis Donnerstag von 13 bis 17 Uhr. www.gellert-museum.de


Diese museumspädagogischen Angebote gibt es in den Museen in Frankenberg und Mittweida

Das Museum "Rittergut" in Frankenberg bietet Führungen für Kindergartengruppen und Schulklassen an. Dabei werden museale Inhalte vermittelt, etwa die Funktionsweise von Haushaltsutensilien aus Urgroßmutters Zeiten. 2018 hatte das "Rittergut" 632 Besucher, davon 154 Kinder. Im ersten Halbjahr 2019 waren es bereits 146 Kinder.

Das Fahrzeugmuseum in Frankenberg bietet ebenfalls Führungen an. 2018 kamen 1637 Besucher, davon 152 Kinder. Im neuen Erlebnismuseum, der "Zeit-Werk-Stadt", sind laut Stadtverwaltung gleichfalls museumspädagogische Angebote geplant.

In Mittweida zählt das Museum "Alte Pfarrhäuser" laut Stadtverwaltung 3800 bis 4200 Gäste pro Jahr. Die Sonderausstellung zur Honiggeschichte haben laut Museumsmitarbeiterin Kerstin Greger fast alle Kitas der Stadt besucht. Die museumspädagogischen Angebote im historischen Klassenzimmer und im Schillinghaus werden durch externe Kräfte abgesichert. Aktuell hat die Stadt eine halbe befristete Stelle für Museumspädagogen ausgeschrieben. (fa)

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