Kleine Wohnungen sind in Mittweida besonders gefragt

Mit Balkonanbauten und frischen Fassaden wollen die Großvermieter ihren Bestand attraktiver machen. Die Zeit der Wohnungsvergrößerungen scheint indes vorbei.

Mittweida.

Im Kampf gegen den Wohnungsleerstand hat die Wohnungsbaugesellschaft Mittweida (WBG) noch vor wenigen Jahren auf Vergrößerungen gesetzt. "Weil gerade bei jungen Familien mit mehreren Kindern größere Flächen nachgefragt werden, haben wir in der Theodor-Heuss-Straße Wohnungen zusammengelegt", sagt WBG-Geschäftsführer Rainer Martin. Nun scheint der Bedarf vorerst gedeckt zu sein, weitere Vergrößerungen stehen nicht an. Stattdessen geht der Trend in Mittweida nach Martins Beobachtungen eher in die andere Richtung: "Am stärksten ist die Nachfrage nach kleinen Wohnungen bis 50 Quadratmeter."

Einen gewichtigen Anteil daran haben die Hochschulstudenten. "Früher haben die Studenten eher nach Wohnungen gefragt, die für Wohngemeinschaften geeignet sind", so der WBG-Chef. "Aber zunehmend fragen auch sie nach Angeboten für Einzelpersonen." Der Bestand der Wohnungsbaugesellschaft sei diesbezüglich allerdings beschränkt - kurzfristig sei daran kaum etwas zu ändern.

Christoph Ulrich

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Im gesamten Stadtgebiet hält die WBG 1252 Wohnungen vor. Zum Ende des vergangenen Jahres standen 14,5 Prozent dieses Bestandes leer, der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt aktuell bei rund 4,80 Euro kalt. Das versetzt auch Studenten bei der Wohnungssuche in eine komfortable Lage. "Sie kommen zur Besichtigung mit Zetteln voller Wohnungen, die sie sich rausgesucht haben, und arbeiten die dann ab", berichtet Martin.

Auch bei der Wohnungsgenossenschaft Mittweida (WG) sei die Nachfrage nach sehr großen Unterkünften derzeit nicht besonders hoch, berichtet die Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Jutta Bornemann. Im Neubaugebiet an der Lauenhainer Straße bewirtschaftet die WG mehr als 1000 Wohnungen. Weitere rund 390 gibt es im Wohngebiet Goethestraße, rund 150 im Altbaugebiet Gartenstraße. In den vergangenen drei Jahren habe die Leerstandsquote im gesamten Bestand relativ konstant bei um die sechs Prozent gelegen. "Wir haben eine gute Balance, was Kündigungen und Neubelegungen angeht. Aufgrund der Altersstruktur der Bewohner ist steigender Leerstand künftig aber nicht ausgeschlossen", so Bornemann. Der Altersdurchschnitt liege bei etwa 63Jahren, sei in der Vergangenheit aber auch schon höher gewesen.

Die WG plant in diesem Jahr voraussichtlich 1,5 Millionen Euro zu investieren. Zum Großteil soll das Geld in die Wohnungsmodernisierung und -sanierung fließen. Zudem stehen im Gebiet Goethestraße neue Balkone und die Erweiterung von Parkflächen im Investitionsplan. Im Neubaugebiet stehen zudem Fassaden- und eine Dachsanierung an. Der Vorstand sei bemüht, in allen drei Wohngebieten stetig Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen, so Jutta Bornemann. Für alle geplanten Maßnahmen stehe allerdings noch die Beschlussfassung aus.

Fassaden und Balkonen will sich in diesem Jahr auch die Wohnungsbaugesellschaft widmen. Aktuell werde geprüft, wo sich in der Goethestraße Balkonanbauten anbieten, sagt Geschäftsführer Rainer Martin. Eine bereits vorhandene Balkonanlage soll am Dreiwerdener Weg erneuert werden, zudem steht die Erneuerung von zwei Fassaden auf der Agenda. Im Haus an der Lutherstraße 2, dessen Dach und Fundamente vergangenes Jahr instand gesetzt wurden, startet nun der Innenausbau. Spätestens 2020 sollen die Wohnungen vermietet werden.

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