Klinik-Chef: Baupläne eingereicht

Das Mittweidaer Krankenhaus hat laut Geschäftsführung die finanzielle Krise überwunden und plant einen Neubau. Auch für die Beschäftigten gibt es eine positive Prognose.

Mittweida.

Nachdem die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK bereits Anfang 2018 vom sächsischen Sozialministerium 15 Millionen Euro aus der Strukturförderung für Kliniken erhalten hat, werden nun die Pläne zur Verwendung des Geldes an den Standorten Mittweida und Rochlitz konkreter. Wie Geschäftsführer Florian Claus am Dienstag erklärte, sind die Entwürfe für einen Ersatzneubau auf dem Klinik-Areal in Mittweida sowie für den Umbau des teils leerstehenden LMK-Standortes in Rochlitz beim Fördermittelgeber zur baufachlichen Prüfung eingereicht worden.

Anfang 2020 würden dann voraussichtlich die Bauanträge für beide Vorhaben beim Landratsamt eingereicht. "Die Entwürfe sind bereits soweit abgestimmt, dass bis zur Ausstattung der Räume alles fest steht", so Claus. Der Öffentlichkeit sollen diese Pläne aber erst konkret vorgestellt werden, wenn die Fördermittelgeber sie final bestätigt haben. Auch über den weiteren Zeitplan könne er jetzt noch keine Prognose abgeben. "Ob mit den Bauarbeiten bereits im nächsten Jahr begonnen werden kann, ist noch offen", sagte der Geschäftsführer.

An den Zielen habe sich aber nichts geändert. Der noch bestehende Altbau in Mittweida, in dem derzeit keine Stationen untergebracht sind, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der sei nötig, um das medizinische Konzept für die LMK umzusetzen. Das sieht unter anderem ein interdisziplinäres Darmzentrum, eine Gefäßchirurgie, ein Beckenbodenzentrum sowie eine Spezialisierung auf die Schlaganfallversorgung vor.

Auch für den Standort Rochlitz halte man daran fest, neben dem dort bestehenden Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), der Physiotherapie, Röntgenpraxis und Kurzzeitpflege eine weitere Pflegeeinrichtung neu anzusiedeln. Deren Betrieb wolle die LMK nun in Eigenregie übernehmen, nachdem es keine Einigung mit möglichen Betreibern gegeben hatte. Wann der Umbau des 2015 geschlossenen Krankenhauses zum Gesundheits- und Pflegezentrum in Rochlitz beginnt, könne er noch nicht sagen, einen Baustart zum Jahresende könne er jetzt nicht bestätigen. Aber, so Claus: Nur der frühere OP-Bereich im Rochlitzer Haus werde nicht von den Arbeiten berührt.

Ein Teil des Fördergeldes von 15 Millionen Euro habe die LMK bereits genutzt, um Ausgaben zu refinanzieren, die der LMK bei der Schließung der Rochlitzer Klinik entstanden seien. Auch das habe zur wirtschaftlichen Gesundung der Krankenhausgesellschaft beigetragen, die laut Claus seit 2017 wieder schwarze Zahlen schreibt.

Noch vor zwei Jahren hatte die LMK-Geschäftsführung mit den Gewerkschaften einen Notlagentarif für die derzeit 430 Beschäftigten in der Klinik ausgehandelt. Der sah vor, dass die Gehälter der Belegschaft vorübergehend für drei Jahre gesenkt werden, um die zuvor finanziell angeschlagene LMK wirtschaftlich zu stabilisieren.

Das Krankenpflegepersonal werde dann nach Auslaufen des Notlagentarifvertrags wieder nach Tarif des Öffentlichen Dienstes bezahlt, für Ärzte gelte dann wieder der mit der Interessenvertretung Marburger Bund vereinbarte Tarif. "Ich danke den Mitarbeitern, dass sie dies mittragen", sagte Claus bezogen auf den aktuell noch gültigen Notlagentarif. Vor 2021 zu den früheren Tarifstrukturen zurückzukehren, sei nicht möglich, zumal es immer noch Unsicherheiten bei den künftigen Vergütungen der Leistungen des Krankenhauses gebe. Zumindest habe man die jüngst vereinbarten Lohnsteigerungen im Tarif des Öffentlichen Dienst auch jetzt schon im Notlagentarif mitgetragen. Die niedrigen Gehälter hätten aber nicht dazu geführt, dass Mitarbeiter in Größenordnung das Haus verlassen hätten, versichert Claus.

Vertrauen habe die LMK auch bei den Patienten und niedergelassenen Ärzten zurückgewonnen. Dafür spreche die im Vergleich zu den Jahren vor 2017 höhere Anzahl behandelter Patienten. Zuletzt wurden im Jahr rund 25.000 Patienten behandelt, 10.000 stationär und 15.000 ambulant. Rechne man die Patienten in MVZ-Praxen und Notfallambulanz seien es insgesamt 60.000 Patienten im Jahr.

"Der ambulante medizinische Bereich ist uns wichtig", so Claus. Auch wenn der mit der Schließung der onkologischen Ambulanz in Mittweida einen Einschnitt erfahren hat. Das letzte Wort sei aber bei dem Thema noch nicht gesprochen, betonte er.

Auch der Ausbau der 19 Praxen des MVZ sei ein "dynamischer Prozess". So habe die LMK zum 1. Oktober die Praxis einer Hausärztin in Flöha übernommen, die eine Nachfolgerin suchte. Hier sei nun eine Internistin der LMK tätig.

Insgesamt beschäftigt die LMK einschließlich der Servicegesellschaften rund 700 Mitarbeiter.

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