Krankenhaus Frankenberg: Hoffnungsschimmer für den Südflügel

Mehrheitlich hat der Stadtrat eine neue städtebauliche Entwicklung der Gebäude des ehemaligen Krankenhauses Frankenberg beschlossen. Die sieht auch Abrisse vor.

Frankenberg.

Im Falle des früheren Krankenhauses ist Eile geboten. Denn der Westflügel der Liegenschaft soll zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Daran hält die Verwaltung nach Annahme eines CDU-Antrages fest. Auch der Südflügel, der ehemalige OP-Trakt, soll erhalten bleiben. Hier erfolgt die Prüfung einer möglichen Nachnutzung im Bereich Gesundheit oder Bildung. Unter Berücksichtigung von Fördermitteln werden Nord- und Ostflügel dagegen abgerissen. Zufahrten und Parkplätze werden neu geordnet, potenzielle Erweiterungsflächen vorgehalten. Im Bereich Feldstraße sind offene Grundstücksfragen zu beantworten.

Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) hat jetzt Zahlen für die Höhe der Abrisskosten vorgelegt. Diese schwanken zwischen circa 480.000 und 2,8 Millionen Euro. Eine Förderung des Rückbaus über das Brachenprogramm sei nach zehn Jahren Leerstand ab 2024 möglich, so Firmenich weiter. Die Förderquote betrage 80 Prozent. "Für die Nachnutzung des Südflügels eignen sich Einrichtungen der Bildung oder der medizinischen Versorgung, etwa die Unterbringung von Arztpraxen", sagte CDU-Fraktionschef Andreas Schramm. Darüber sollte erneut mit der Poliklinik Chemnitz verhandelt werden, oder auch mit dem Krankenhaus Mittweida.

Keine Mehrheit fand der von der AfD selbst auf einen Punkt reduzierte eigene Antrag: Die Fraktion hatte sich für eine Konzepterstellung für einen Neubau in Modulbauform am gleichen Standort ausgesprochen, votierte ansonsten aber für den CDU-Vorschlag. Diesem wiederum wollten Steven Kempe (Die Linke/SPD), die Freien Wähler Viola Vogler-Poch und Falko Schurig sowie Oliver Gerstner nicht folgen. "Einem Abriss kann ich erst zustimmen, wenn ein Konzept für die Zukunft vorliegt", so der CDU-Stadtrat.

Anlass der außerplanmäßigen Sitzung war Redebedarf, den die AfD zur Nutzung des Saals im 1. Geschoss der kommunalen Fischerschänke hatte. Wie berichtet nutzt die Stadt diesen als Interim bis zur Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg, laut Erbbaurechtsvertrag vorläufig fünf Jahre. Die Zweckbindungsfrist für die Fördermittel des Freistaates zum Ausbau des Kommunikations- und Dokumentationszentrums beträgt zwölf Jahre.

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