Kriebstein will Insekten mit Blühwiesen anlocken

Immer mehr Wildbienen sterben. Die Zahlen von Krabbeltieren aller Art sind rückläufig. Damit das nicht so bleibt, reiht sich Kriebstein in eine neue Bewegung ein.

Kriebstein.

Blühwiesen in der Gemeinde Kriebstein sollen dem Wildbienen- und Insektenschwund entgegenwirken. Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) hat mit der Verwaltung ein grobes Konzept für die Initiative aufgestellt.

"Wir haben Wiesen in sechs Ortsteilen auserkoren, die als Blühwiesen geeignet sind", erläuterte sie das Vorhaben zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Flächen sollten jetzt noch einmal gemäht werden, danach solle Blumenmischsamen ausgebracht und die Wiesen der Natur überlassen werden, so Euchler. Zu den angedachten Flächen gehört unter anderem ein Areal an der Kreisstraße nach Mittweida am Ortsrand von Höfchen. Weitere Möglichkeiten sieht Euchler auf einem ehemals von Kleingärtnern genutzten Gelände am Ortsrand von Kriebethal und am Siedlungsweg. In Kriebethal werde ein Teil der Fläche zwischen dem Garagendreieck und dem Wald für nichts anderes benötigt, sagte sie. Für eine Wiese in der Nähe der Bebauung am Siedlungsweg 110 und 111 müsse überprüft werden, ob das ebenfalls zutrifft.


Die Gemeinderäte hatten keine Einwände. "Wir sollten einen Biologen hinzuziehen", riet Gemeinderat Ronny Kroll (Freie Wähler Kriebstein). Für Laien ist es seiner Ansicht nach schwer, eine bereits bewachsene Grünfläche nachhaltig zum Blühen zu bringen. Die Gräser könnten schnell wieder die Oberhand gewinnen, warnte er. Dem stimmten weitere Räte zu. Sinn und Zweck der Blühwiesen müsse der langfristig wirksame Beitrag für Artenvielfalt und gegen das Insektensterben sein und nicht der Versuch, Kosten für die Grünflächenpflege einzusparen, hieß es.

Das Problem vieler Insekten, darunter auch der Wildbienen, ist ihre große Abhängigkeit vom Angebot an Nahrung und von Plätzen, die ihnen die Fortpflanzung ermöglichen. Mit den Blumenwiesen, die laut Euchler durch Schilder als solche kenntlich gemacht werden sollen, will der Ort den Rückgang an Blühpflanzen im öffentlichen Raum aufhalten und den Insekten so wieder eine Heimat geben. Damit reiht sich Kriebstein in eine neue Bewegung ein. Allerorten entstehen in diesen Tagen neue Blühwiesen.

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