Krippenkosten bleiben Zankapfel

Die Geringswalder Verwaltung wollte die Beiträge in die Höhe schrauben. Doch etlichen Stadträten missfällt der Plan. Nach heftiger Debatte vertagten sie sich.

Geringswalde.

Die Elternbeiträge für die Geringswalder Kindertagesstätten werden nicht erhöht - zumindest vorerst nicht. Denn die Stadträte folgten in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich dem Antrag von David Rausch (Die Linke), den Beschluss zurückzustellen. Sechs Räte votierten dafür, vier sprachen sich dagegen aus, drei enthielten sich. Im Januar soll erneut über die Höhe der Elternbeiträge debattiert werden.

Die Anpassung der Beiträge für Eltern an gestiegene Betriebskosten der Einrichtungen "Pfiffikusland" in Geringswalde und "Regenbogen" in Neuwallwitz sah im Krippenbereich eine Erhöhung um 46 Euro auf 241 Euro bei neun Stunden Betreuungszeit vor. Kindergarten und Hort hätten mit jeweils sechs Euro Erhöhung monatlich zu Buche geschlagen. Dass Eltern vor allem wesentlich mehr für die Betreuung ihren Nachwuchs im Krippenalter zahlen sollten, erregte Unmut. "Ausgerechnet in Zeiten verkürzter Öffnungszeiten der Kita und Kurzarbeit ist es ungerecht, die Kosten auf die Eltern abwälzen zu wollen", sagte Yvonne Pohl als Sprecherin des Elternrates der Kindereinrichtung "Pfiffikusland". "Vor der Kommunalwahl präsentierten sich die Stadträte mit dem Versprechen, aufseiten der Eltern zu sein", sagte sie. Sie bat darum, die Grundlagen für die Gebührenanpassung noch einmal zu prüfen.

Auch Grünenpolitikerin Claudia Glanz fühlte sich nicht wohl und betrachtete die kostenlose Betreuung von Kindern als eine, wie sie sagte, gesellschaftliche Aufgabe der Zukunft. "Andererseits hat die Betreuung von heute nichts mehr mit einer Aufbewahrung des Nachwuchses zu tun, wie es früher einmal war. Die Arbeit in Kitas erfordert eine hohe Bildung. Und qualifiziertes Personal muss entsprechend entlohnt werden." Jens Weinert (CDU) wollte wissen, weshalb im Krippenbereich die Gebühren derart ansteigen sollen. Das hänge, so Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos), mit tariflichen Anpassungen, Vor- und Nachbereitungszeiten und dem Personalschlüssel zusammen. In der Krippe sei der Betreuungsaufwand einfach höher. Daher ließen sich die Gebühren für die drei Bereiche - Krippe, Kindergarten und Hort - auch nicht gleichmäßig verteilen.

Die Nivellierung hatte Robert Sobolewski vorgeschlagen. "Die Erhöhung ist unsolidarisch", sagte der Linke-Fraktionschef. "Wir sollten schauen, dass nach diesem schwierigen Jahr die Stadt in die Bresche springt. Und wir müssen im neuen Jahr darüber reden, wie die Gebühren minimiert werden können." Die machen laut Kämmerer Thomas Riedel in Summe etwas mehr als 40.000 Euro im kommenden Jahr aus.

Der Stadtrat müsse sich nicht für die Beitragsanpassung entscheiden, bemerkte der Stadtchef. "Doch ich erwarte für die Sitzung des Ausschusses im Januar Vorschläge, wie der zu erwartende Fehlbetrag kompensiert werden könnte."

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