Kündigung und Grund per E-Mail verbreitet

Mitarbeiter zeigt seinen Ex-Chef an - Gericht stellt Verfahren aber ein

Döbeln/Mittweida.

Mit einer möglicherweise falschen Verdächtigung, die ausschlaggebend für eine fristlose Kündigung eines leitenden Angestellten einer Firma aus Chemnitz war, hat sich kürzlich das Amtsgericht Döbeln befassen müssen. Weil am Ende Aussage gegen Aussage stand, stellte das Gericht zwar das Verfahren ein. Doch eine Erkenntnis gibt es aus dem Fall: Wenn ein Chef seinem Mitarbeiter kündigt, sollte er den Grund der Entlassung nicht in einer Rund-Mail allen Angestellten mitteilen. Das hätte er laut Gericht aus Datenschutzgründen nicht tun dürfen und auch dieser Umstand habe zur Einstellung des Verfahrens geführt.

Was war vorgefallen? Im Vorjahr hatte ein leitender Angestellter der Firma die fristlose Kündigung erhalten. Noch am selben Tag zeigte er auf dem Polizeirevier Mittweida seinen Ex-Chef an, weil der in einer E-Mail allen Mitarbeitern auch den Kündigungsgrund genannt hatte. Angeblich habe der Mitarbeiter Kolleginnen sexuell belästigt. Den Vorwurf wies der Chemnitzer vor Gericht zurück. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens schilderte, dass der Beschuldigte ihr unter anderem mit der Hand aufs Gesäß geschlagen und sie mehrfach verbal sexuell attackiert habe. Zeugen gab es dafür nicht. Die Richterin stellte das Verfahren ein. "Es steht Aussage gegen Aussage", sagte sie. "Angeklagt ist auch nicht die sexuelle Belästigung, sondern falsche Verdächtigung."

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