Künstlicher Regen rettet Pflanzen für Landesgartenschau

Kühlen Kopf bewahren Heute: Damit es 2019 in Frankenberg grünt und blüht, laufen die Sprenkler auf Hochtouren. Doch auch andernorts ist das kostbare Nass verstärkt gefragt.

Frankenberg.

Im Frankenberger Mühlbachtal sind laut Jochen Heinz, Geschäftsführer der Landesgartenschaugesellschaft, bereits 75 Prozent der Pflanzen für die Landesgartenschau 2019 in die Erde gebracht, in der Zschopauaue etwa 65 Prozent. Doch die anhaltende Hitze und Trockenheit macht jungen Gewächsen zu schaffen. "Vor allem den Stauden in der Zschopauaue. Sie haben den höchsten Wasserbedarf", erklärt Heinz. Nur einige Rasen- und Wiesenflächen, die größtenteils im Schatten liegen, kämen teilweise auch ganz ohne Wasser aus. Aufgrund der Dürre würden die mit den Pflanzungen beauftragten Firmen derzeit permanent bewässern. "Sonst müsste alles neu gepflanzt werden", weiß Heinz. "Es gab auch schon den ein oder anderen Ausfall, sowohl bei Gehölzen als auch bei Stauden", berichtet er. Noch hielten sich die Verluste aber in Grenzen.

Mittels Flächenregnern und Schläuchen wird das kostbare Nass derzeit in den Arealen verteilt. "Es können nicht alle Flächen gleichzeitig bewässert werden, das heißt, die Regner werden umgestellt und die Schläuche umgelegt", fährt Heinz fort. Wenn ein Bereich durch sei, müsste wieder von vorne angefangen werden. Seien Brunnen vorhanden, könnte daraus das Wasser genommen werden, ansonsten aus der Leitung. "Wie viel Wasser insgesamt benötigt wird, können wir nicht einschätzen, da unterschiedlich viele Einrichtungen und Abnahmestellen genutzt werden", erklärt der Geschäftsführer. Auch zur Höhe der zusätzlich entstehenden Kosten konnte er noch nichts sagen. Eine gewisse Anzahl Bewässerungen müssten die Firmen sowieso vornehmen. "Was abgerechnet wird, ergibt sich erst, wenn die Pflanzungen abgenommen sind", sagt Heinz.

Froh ist der Geschäftsführer, dass der Mühlbach trotz der langen Hitze noch nicht ausgetrocknet ist. "Dort schwimmen einige junge Enten herum und erfreuen sich ihres Lebens", berichtet er mit einem Schmunzeln.

Auch die Kommunen müssen jetzt verstärkt das kostbare Nass einsetzen. Der Mittweidaer Bauhof gieße normalerweise ein- bis zweimal die Woche vor allem die Jungpflanzen im Stadtgebiet, berichtet Stadtsprecherin Francis Pohl. Aufgrund der derzeitigen Hitzewelle müsse jetzt mindestens alle zwei Tage gegossen werden. Allein am Mittwoch seien 7000 Liter für die Bewässerung verbraucht worden. "Zusätzliche Kosten fallen momentan aber nicht an, da noch auf die städtischen Wasserressourcen zurückgegriffen werden kann", so Francis Pohl.

In Hainichen musste der zuständige Wasserzweckverband ZWA jedoch bereits den sogenannten Goldfischteich im Stadtpark mit Trinkwasser auffüllen, da er auszutrocknen drohte. "Im Freibad sind die Äste der Pappel auf der großen Liegewiese abgefallen. Wir mussten Teile der Wiese aus Sicherheitsgründen sperren", beschreibt Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) die Auswirkungen der Hitze. "Täglich werden derzeit 1,5 Kubikmeter Wasser auf die Blumen in der Stadt und im Stadtpark gegossen." Greysinger schätzt, dass mehr als doppelt so viel Wasser benötigt wird, wie in normalen Sommern. Allein für das Gießen sei ein Mitarbeiter ständig abgestellt. Der Stadt entstünden zusätzliche Kosten im vierstelligen Bereich.

Die Wiesen und Bäume würden allerdings nicht gewässert. "Der Aufwand wäre enorm, und die Wasseruhr würde rennen. Wir haben darüber hinaus keinen Brunnen zur Verfügung und müssten das ZWA-Wasser nehmen", begründet der Bürgermeister. Zudem sei es durch die harte Erde sehr schwierig, das Wasser bis an die Wurzeln zu bekommen. Außerdem sei es nicht einfach, Mitarbeiter dafür abzustellen.

Tickets für die Landesgartenschau 2019 in Frankenberg sind in allen "Freie Presse"-Shops erhältlich. Der Eintritt für Erwachsene kostet 16 Euro, mit Leserkarte der "Freien Presse" 15 Euro. Weitere Beiträge zur Landesgartenschau lesen Sie unter:

www.freiepresse.de/laga2019

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