Kulturladen soll die Kulturen verbinden

Der Freistaat Sachsen und die Stadt Hainichen finanzieren in der Gellertstadt eine nicht alltägliche Begegnungsstätte.

Hainichen.

Einst ein bekanntes Juweliergeschäft, dann stand das Haus in der Mittweidaer Straße 29 lange leer. "Als die Flüchtlinge in unsere Stadt kamen, haben wir gesagt: Wir wollen uns engagieren", meinte gestern Hella Wahle. Als neue Hauseigentümer renovierten sie und ihr Mann Jürgen die ehemaligen Geschäftsräume, die gestern feierlich als Kulturladen eröffnet wurden.

Mary Weigel-Koppka, die sich mit ihrem Verein Lebensräume dafür stark machen möchte, dass dieser Kulturladen nun auch zum Leben erwacht, hat ein klares Ziel: "Die Flüchtlinge sind meistens unter sich. Wir wollen, dass sie und die Hainichener miteinander ins Gespräch kommen." Und nicht nur das. "Wir bieten verschiedene Beschäftigungen an wie Basteln für Kinder, Spiele und Kinderbetreuung allgemein", erklärt Marion Thümer vom Vereinsteam. Aber das Angebot sei noch viel umfangreicher. In den beiden Räumen sollen künftig auch PC-Kurse, der Deutsch-Nachhilfeunterricht, Bastel- und Handarbeitsnachmittage, Filzen, Nähen und vieles mehr stattfinden. "Die Handarbeitsgruppe aus dem Flüchtlingsheim am Ottendorfer Hang trifft sich seit einem halben Jahr immer donnerstags", so Mary Weigel-Koppka. Diese und andere Veranstaltungen könnten nun auch im neu eröffneten Kulturladen stattfinden.

Etwa 160 Bewohner sind aktuell am Ottendorfer Hang untergebracht. Damit die Verständigung klappt, bringt sich seit knapp zwei Jahren der Syrer Rami Kanbar als Integrationshelfer ein. Zurzeit hat er "zwei halbe Jobs", wie er sagt. Als Arbeitsmarktmentor bereitet er Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vor. Und nun möchte sich der 30-Jährige auch noch als Koordinator im neuen Kulturladen nützlich machen. Deutsch-Nachhilfe, Freizeitaktivitäten und gemeinsames Musikmachen gehören dazu.

Für Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) ist der Kulturladen, der in diesem Jahr mit etwa 4300 Euro vom Ministerium und weniger als 500 Euro von der Stadt gefördert wird, eine wichtige Einrichtung. "Es geht darum, dass sich die Leute, die hierher gekommen sind und die wir auch haben wollen, mit unserer Kultur identifizieren. Vieles läuft so gut, weil sich viele in unserer Stadt ehrenamtlich engagieren."

Der Kulturladen in der in der Mi ttweidaer Straße 29 in Hainichen ist dienstags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung wurde geschrieben, dass der Kulturladen in diesem Jahr mit 60.000 Euro vom Integrationsministerium und 6000 Euro von der Stadt gefördert wird. Das ist falsch. Diese Summen beziehen sich auf das Gesamtmaßnahmen-Paket des von der Stadt gestellten Förderantrages. Wir haben den Fehler berichtigt.

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