Kurswechsel bei Kommandantenvilla

Noch vor Monaten führte kein Weg am Abriss vorbei. Nun soll das Gebäude als Teil der Gedenkstätte für das KZ Sachsenburg erhalten bleiben.

Sachsenburg.

Kehrtwende bei der Gedenkstätte für das KZ Sachsenburg. Ab 1. August lobt die Stadt Frankenberg einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler aus. An diesem können sich auch interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in Ausstellungsgestaltung beteiligen. Ziel ist es, die auf dem Gelände der Gedenkstätte stehende Kommandantenvilla des frühen Konzentrationslagers zu sichern und als Teil der zu errichtenden Gedenkstätte umzugestalten. So heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Frankenberg vom Donnerstag.

Damit vollzieht die Stadt einen Richtungswechsel. Denn zuletzt sagte Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) noch, das Gebäude sei aus seiner Sicht "nicht erhaltenswert und nicht erhaltbar". Längst sei das Baurecht für das Haus erloschen. Ein Abrissantrag wurde bereits gestellt. Und zwei Gutachten bescheinigten die Baufälligkeit.

Doch immer wieder hatten sich Historiker und zuletzt auch Prominente wie Maler Gerhard Richter und Liedermacher Gerhard Schöne öffentlich für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen.

Jetzt unterstreicht die Stadt zwar, dass sich die Immobilie in einem ruinösen Zustand befinde und eine komplette Sanierung nicht möglich sei. Es sei aber zumindest von einem "teilweisen Erhalt des Hauses auszugehen".

Die Auslobung des Wettbewerbs wird mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, dem Landesamt für Denkmalpflege, der unteren Denkmalbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen sowie unter wissenschaftlicher Begleitung erstellt. Die Stadt wird bei diesem Vorhaben vom Büro Fachgesellschaft für Umweltplanung und Stadtentwicklung mbH (fagus) aus Markkleeberg begleitet. Diese Maßnahme wird durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln finanziert.

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