Leiter bringt frischen Wind ins Freizeitzentrum

Damit mehr Jugendliche den Weg in die Mittweidaer Einrichtung finden, will Klaus-Jürgen Mende einiges ändern, unter anderem die Öffnungszeiten, aber nicht nur.

Mittweida.

Seine erste Ferienzeit ist für Klaus-Jürgen Mende als neuer Hausleiter des Städtischen Freizeitzentrums Mittweida (SFZM) nun vorbei. Viel Zeit hatte er nicht, um das Programm dafür auszuarbeiten, denn er übernahm die Leitung der Freizeiteinrichtung erst im April. "Ich muss mich einarbeiten und die Strukturen kennenlernen. Jetzt habe ich bereits Vorstellungen, die ich versuche, mit Unterstützung der Stadt umzusetzen", berichtet der Mittweidaer. Er studierte an der Hochschule Mittweida und legte 2003 sein Diplom als Sozialpädagoge ab, arbeitete als Geschäftsführer des Studentenclubs Mittweida und war danach bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Mittweida für die Auszubildenden zuständig.

Als er die Stellenausschreibung für die Hausleitung sah, bewarb er sich noch am selben Tag. "Ich hatte schon früher einmal mit dem Gedanken gespielt, mich beim Verein Erucula, der ja die Trägerschaft für das SFZM innehat, als Hausleiter zu bewerben. Damals war mir Eva Sieg zuvorgekommen", berichtet Klaus-Jürgen Mende, der gern mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. Das Freizeitzentrum habe ein großes Potenzial, welches noch nicht in allen Bereichen ausgeschöpft sei. Es gebe zwar reichlich Angebote wie Bastelstube, Keramikwerkstatt, Café, Seniorentreff, Fitness- und Kraftraum, Frauensport und Tanzgruppen sowie wöchentliche Workshops, aber die Zielgruppe Jugendliche, würde damit kaum oder nicht erreicht. Zwei Dinge will der neue Hausleiter deshalb demnächst umsetzen: "Wir möchten Jugendlichen Räume anbieten, wo sie sich ungezwungen treffen können, um zu quatschen oder einfach nur zum chillen. Dann besteht auch die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um die Interessen abzufragen."

Zum anderen sieht es Mende als dringend notwendig an, die Öffnungszeiten zu verändern. "Wer Jugendliche einlädt, kann nicht 18 oder 19 Uhr dicht machen. Gerade in den Abendstunden wäre ein Anlaufpunkt für die jungen Leute wichtig, damit sie nicht auf der Straße rumhängen", ist er sich sicher. Seiner Meinung nach wäre es gut, wenn das SFZM bis 20 oder 21 Uhr offen habe. Das damit mehr Personal und Schichtdienst benötigt wird, sei ihm klar.

Das nächste Problem bahnt sich schon an. Das Programm Soziale Teilhabe am Arbeitsleben, mit dem bisher drei Leute gefördert wurden, läuft am Jahresende aus. Auf der anderen Seite ist noch eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst unbesetzt. "Gern nehmen wir dafür Bewerbungen entgegen", sagt Mende. Ein weiteres Projekt, bei dem Kunst und Musik verbunden wird, hat er speziell dafür bereits im Kopf. Er möchte Jugendliche gewinnen, die Interesse an Malen und Zeichnen sowie Musik haben und gern ein Instrument erlernen wollen. Ziel wäre der Aufbau einer Band, die später auftreten und dabei Bilder und Fotoarbeiten präsentieren könnte.

Als großen Vorteil sieht Klaus-Jürgen Mende, dass die neue Streetworkerin Stefanie Klotz, die seit Juli in Mittweida im Einsatz ist, ihr Büro im SFZM bezogen hat, um dort auch Jugendliche zu beraten.

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