Linken-Kreisrat kritisiert Geschäftspolitik der Banken

Niedrigere Zinsen und Gebühren - das fordert David Rausch im Vorfeld der Kreistagssitzung. Damit drängt er ein anderes Thema in den Hintergrund.

Geringswalde.

Mit einer landesweiten Aktion möchte die Linkspartei auf die Kinderarmut im Freistaat aufmerksam machen. Der Startschuss für die Kampagne der Landtagsfraktion fällt in Mittelsachsen zwar erst am Montag in Döbeln, wie die Sprecherin des Kreisverbands, Marika Tändler-Walenta, gestern erklärte. Allerdings prangt in Geringswalde bereits seit dem späten Donnerstagnachmittag eines der 16 für den Landkreis reservierten Plakate.

Der Geringswalder Linken-Kreisrat David Rausch nutzt die Chance, um in diesem Kontext auf ein, wie er sagt, anderes wichtiges Thema hinzuweisen. "Viele Menschen gehen arbeiten, aber haben kaum Geld in der Tasche." Daher will er zur Sitzung des Kreistags Ende März einen Antrag einbringen. Der Tenor: die beiden mittelsächsischen Sparkassen sollen Gebühren für Konten genauso senken wie Zinsen für Kredite und Überziehungen. Landrat Matthias Damm (CDU) soll als Verwaltungsrat der Sparkasse dahingehend Einfluss nehmen. "Die Allgemeinheit soll von den Gewinnen der Banken profitieren", betont Rausch.

Das tut sie jedoch längst; nur auf eine andere Weise. Ein Beispiel: Mehr als eine halbe Million Euro gab die Sparkasse Mittelsachsen, die in den Altkreisen Freiberg und Mittweida engagiert ist, samt ihrer fünf Stiftungen laut des zuständigen Abteilungsdirektors, Klaus Borrmann, jeweils in den Jahren 2015 und 2016 für gemeinnützige Zwecke aus. Mit dem Geld wurden Besuche von rund 700 Schülern auf dem Rochlitzer Schloss genauso unterstützt wie etwa ein Projekt gegen "Cypermobbing" an der hiesigen Muldenschule.

Und Rico Schlegel von der Volksbank Mittweida verweist auf eine Summe von mehr als 25.000 Euro, die 2016 in diverse soziale und kulturelle Projekte geflossen sind.


Kommentar: Falsche Richtung

Opposition soll Stachel im Fleisch der Regierung sein. Doch Kritik ist das eine, Populismus das andere. Die Banken, die Kreisrat David Rausch angreift, sind keine Zockerbuden. Sparkassen und Volksbanken sind wohltätig unterwegs und unterhalten ein dichtes, auch teures Filialnetz vor Ort. Das ist für diese im Umfeld der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ein Problem. Sinkende Gebühren und Zinsen sind daher das falsche Signal. Zudem: Ein Wechsel zu einer Bank mit günstigeren Konditionen ist jederzeit möglich. Ein Service vor Ort, der für Banken teuer ist, fehlt aber dann meist.

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