Löschauto nun in Rumänien im Einsatz

Die Milkauer Feuerwehr hat ihrer Partnerwehr ein großes Geschenk gebracht. Unter anderem wurde gleich gemeinsam geübt.

Milkau/Lazaresti.

Große Freude hat ein Besuch der Milkauer Feuerwehr vor kurzem in Rumänien gebracht, berichtet Wehrleiter Jens Neubert. Ein Tanklöschfahrzeug sowie jede Menge Feuerwehrtechnik und -ausrüstung haben die Mittelsachsen ihrer Partnerwehr in Siebenbürgen übergeben. "Vor Ort haben viele gesagt: Das ist der Wahnsinn. Auch Kameraden anderer Feuerwehren haben nur mit dem Kopf geschüttelt. Und uns ist erst einmal bewusst geworden, wie viel zusammengekommen ist", sagt Neubert.

Seit Jahren pflegen die Feuerwehrleute aus Milkau und Lazaresti enge Kontakte. In Rumänien wird der Brandschutz normalerweise über Berufsfeuerwehren abgesichert. Doch in den ländlichen Regionen sind die Anfahrtswege oft lang. Deshalb finden sich immer mehr Freiwillige zusammen, die für den Brandschutz sorgen wollen - so in Lazaresti, wo sich dafür ein Verein gegründet hat.

Oft mangelt es aber an Technik. Deshalb haben die Milkauer 9500 Euro Spenden gesammelt. Damit konnte unter anderem ein Fahrzeug gekauft werden, das die Feuerwehr Elz bei Wiesbaden ausgemustert hatte. Dieses und einiges mehr, darunter Pumpen, ein Tragkraftspritzenanhänger und Rettungsgeräte konnten ebenso übergeben werden. Wehren rund um Milkau haben das Projekt unterstützt.

Mit 21 Personen, darunter auch Aktive aus Crossen und Erlau, ging es auf die 1500 Kilometer lange, zweitägige Reise. Auf der Fahrt in Rumänien drohte das Projekt zu scheitern: "An einer Tankstelle gab es einen Knall, und die Batterie vom Löschfahrzeug war defekt", sagt Neubert, der auch Gemeindewehrleiter von Erlau ist. Doch ein ungarischer Lkw-Fahrer half per Starterkabel aus. Besonders habe jener sich gefreut, zu erfahren, dass die Milkauer auf dem Weg zur ungarischen Minderheit der Szekler sind, die in Lazaresti leben. Mit Martinshorn erreichten die Mittelsachsen ihr Ziel. Tags darauf wurde das Fahrzeug gewaschen und geschmückt und alle Gegenstände drapiert. Eine Blaskapelle spielte, und der Präsident des Landkreises sprach Grußworte.

"Das ist eine riesige Hilfe für unsere Gemeinde und die Nachbardörfer. So ein großes Geschenk haben wir noch nicht erlebt", sagt Wehrleiter Zoltán Torok. 17 Männer zählen zum Verein, auch Frauen wollen künftig mithelfen. "Die Übergabe war wie ein Dorffest." Unter anderem ist die Wehr nun ausgestattet mit Helmen, Kleidung und Stiefeln. Nach der Übergabe haben sie und Nachbarwehren mit den Milkauern geübt, dabei mit Schaum gelöscht und Rettungsgeräte getestet.

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