Marktterrassen: Auch 2019 kein Bauende

Der Fertigstellung des großen Wohn- und Geschäftshauses in Hainichen verzögert sich erneut. Am Rohbau in zentraler Lage tut sich nichts. Das Fachpersonal fehlt.

Hainichen.

Noch im Mai hatte Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) im Hainichener Amtsblatt nach einer Baustellenbesichtigung vom Fortschritt an den Marktterrassen berichtet. Mittlerweile schaut aber auch das Stadtoberhaupt wieder skeptisch auf die Baustelle in zentraler Lage - nicht zum ersten Mal. "Gefühlt sind dort vielleicht alle zwei Wochen mal drei, vier Leute zu sehen, dann aber auch nur für einen Tag", sagt Greysinger. Dabei hatte der Investor im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, dass im Sommer 2019 die ersten Mieter einziehen sollen.

Daraus wird nichts, weiß Andreas Scholz. Der Geschäftsleiter des Investors, der in Burgstädt ansässigen Projektentwicklungsfirma Chreans, räumt ein, dass es in diesem Jahr noch keine Nutzung des Objekts geben wird, also keine Mieter und auch keinen gewerblichen Betrieb. Der Grund für den Bauverzug sei fehlendes Fachpersonal. "Der Rohbau ist nun fertig", erklärt Scholz. Derzeit würden die Vorbereitungen für die einzelnen Gewerke zum Ausbau laufen. "Wir haben einen Generalunternehmer für das Objekt, und der hat nun mal begrenzte Ressourcen", erläutert der Geschäftsleiter die neuerliche Verzögerung. "Wir haben Schulferien, da geht es uns beim Personal wie so vielen anderen in der Branche". Das Problem sei zudem, nicht nur Arbeitskräfte zu finden, sondern auch genügend qualifiziertes Personal.


Detlef Wittstock, Hainichener Stadtrat der Linkspartei und selbst viele Jahre als Bausachverständiger tätig, kann sich die lange Pause trotz Ferien nicht erklären: "Man lässt eine Baustelle nicht so lange ruhen." Aus Sicht der Architekten des Baus zeigt er sich aber optimistisch: "Ein gutes Ende ist vorstellbar."

In dem nach Beschreibung der Planer "einzigartigen Gebäudekonzept unter Markenschutz" gibt es im Erdgeschoss etwa 500 Quadratmeter Fläche für Handel oder Gastronomie. Im ersten Obergeschoss soll eine Art Tagespflege einziehen. In den Etagen darüber sind insgesamt 15 Wohnungen geplant. Einige davon haben direkten Zugang zu einer Terrasse mit Blick auf den Markt, andere Gemeinschaftsterrassen. Insgesamt biete das Objekt laut Scholz rund 2000 Quadratmeter Mietfläche.

Im Sommer 2012 standen am Markt noch zwei marode Häuser unter der Anschrift Mittweidaer Straße 1 und 3. Die wurden mit Hilfe von Fördermitteln abgerissen. Dann wuchs vor allem Gras über die eingezäunte Fläche. Im Oktober 2017 begannen die ersten Baggerarbeiten, und es gab mit Markt 17 auch eine neue Adresse. Im Februar 2018 endete jedoch die ursprüngliche Frist, bis zu der der Neubau fertiggestellt sein sollte. Ende September verkündete Scholz dann auf der Baustelle den Termin für die Fertigstellung des Rohbaus noch bis Jahresende 2018.

In Internet-Foren wurde der Bau mehrfach diskutiert, insbesondere die Lücke zum Nachbarhaus. "Es sind zwei unabhängige Baukörper", erläutert Scholz. "Der Abstand ist mit Brandschutzvorgaben zu erklären." Es sei noch eine Dämmung geplant. Für den Innenausbau im nächsten halben Jahr will sich Scholz nicht auf Termine festnageln lassen. "Uns geht es darum, hier etwas in hoher Qualität zu schaffen, vergleichbar mit von uns verwirklichten Bauprojekten in Chemnitz und Burgstädt", erklärt er. "Es ist wichtig, dass unser Objekt das Marktbild ziert und, dass es sich wirtschaftlich trägt."

Für die große Gewerbefläche im Erdgeschoss laufen laut Scholz Gespräche mit zwei Interessenten. Wer das ist und um welche Branche es sich handelt, will er noch nicht verraten. "Es ist nichts final entschieden, noch ist die Fläche verfügbar." Greysinger hofft weiterhin auf die Ansiedlung eines Textildiscounters und hat schon selbst nach Kontakten und Interessenten gesucht. Die Entwicklung der Baustelle will er weiterhin im Auge behalten, was sogar aus seinem Büro heraus möglich ist. Auch von den Marktterrassen aus bietet sich vom oberen Balkon aus ein toller Blick über den Markt bis zum Rathaus.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Juck
    22.07.2019

    Beim Lesen dieses Beitrages mußte ich sofort an eine andere Baustelle von Herrn Scholz denken: Walter-Janka-Straße 31a/b in Chemnitz Adelsberg. Dort warte ich als Wohnungseigentümer seit dem 01.01.2018 auf die vertraglich zugesicherte Bezugsfertigkeit. Diese wird ständig nach hinten verschoben. Derzeit zugesagt ist Ende November 2019. Aber - derzeit kann ich das noch nicht glauben.
    Vielleicht lesen auch weitere betroffene Personen diesen Kommentar. Ich würde mich freuen, wenn Sie Kontakt zu mir aufnehmen würden.



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