Medientag soll bei Lehrern Lust auf digitale Technik wecken

An sächsischen Schulen sollen in den kommenden Jahren vermehrt Tablets und Co. Einzug halten. Doch für viele Pädagogen ist der Unterricht damit Neuland. Hilfestellung gab es nun in Frankenberg.

Frankenberg.

Fünf Milliarden Euro sollen in den kommenden fünf Jahren bundesweit in die Digitalisierung von Schulen fließen. Das sieht der Digitalpakt Schule vor. Dank der Fördergelder sollen Tablet-Computer und andere digitale Endgeräte auch an sächsischen Schulen eine größere Rolle spielen als bisher. Doch viele Lehrer bewegen sich bei deren Einbindung in den Unterricht auf ungewohntem Terrain.

So auch Ines Schmidt, die an einer Förderschule für geistig behinderte Kinder in Limbach-Oberfrohna unterrichtet. Die Einrichtung habe bereits eine Fördermittelzusage erhalten, berichtet sie. Zugleich seien Förderschulen im Umgang mit digitalen Medien meist unerfahrener als andere Schulformen. "Aber die Schüler werden ja auch privat mit Technik konfrontiert, da müssen wir als Schule mithalten." Neben der technischen Ausstattung sei daher auch wichtig, dass die Lehrer in der Anwendung geschult werden.


Beim Bildungsmedientag im Stadtpark Frankenberg konnte Schmidt am Donnerstag gemeinsam mit 125 anderen Lehrern aus ganz Sachsen lernen, wie sich Tablets und Co. im Unterricht sinnvoll einsetzen lassen - etwa als interaktiver Tafel-Ersatz oder als Plattform für Lernspiele. Hinzu kamen Veranstaltungen zu Film und Filmemachen im Unterricht, zu Urheberrechtsfragen, zur Nutzung von 3-D-Druckern in der Schule, aber auch zum Grünen Klassenzimmer, dem Bildungsangebot der Landesgartenschau. Vor Ort waren Sachkunde-, Biologie- und Geografielehrer aller Schulformen.

Anlass für die Veranstaltung war eine Kooperation der Mittelsächsischen Kultur gGmbH mit der Landesgartenschau. Der Kulturbetrieb ist Träger des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) Mittelsachsen, das die Schulen im Landkreis von den Standorten in Mittweida, Freiberg und Döbeln aus mit Medien für den Unterricht versorgt. "Jeder Bereich der Kultur gGmbH bringt sich in die Kooperation ein", erklärt Jana Preißler vom MPZ. So habe die Volkshochschule die Ausbildung der Gästeführer für die Schau übernommen, die Musikschule organisiert Auftritte vor Ort, das MPZ steuerte den Bildungsmedientag bei. "Die Lehrer haben auch alle eine Eintrittskarte für die Landesgartenschau bekommen, um zu gucken, was sie mit ihren Schülern hier machen können", erklärt Preißler.

Auch für Ines Schmidt war die Landesgartenschau ausschlaggebend für die Teilnahme an dem Fortbildungstag. "Wir müssen den Unterricht an der Förderschule besonders anschaulich gestalten, die Landesgartenschau eröffnet dabei viele Möglichkeiten", sagt sie. Auch sei das Gelände rollstuhlgerecht gestaltet, Behindertentoiletten seien vorhanden. "Das ist immer wichtig, wenn wir mit unseren Schülern unterwegs sind", erklärt Schmidt.

Jana Hennig, Biologie- und Chemielehrerin an einer Oberschule in Chemnitz, hat ebenfalls vor allem die Landesgartenschau zum Besuch des Bildungsmedientags bewogen. "Ich wollte Einblicke gewinnen, wie ich die Veranstaltung für meine Schüler nutzen kann." Zugleich interessiere sie aber auch der Einsatz von Tablets im Unterricht. "Wir sind ab kommendem Jahr in einem Programm, bei dem wir einen Klassensatz gestellt bekommen", sagt sie. Beim Bildungsmedientag sei vorgestellt worden, was damit möglich ist und welche Internetseiten hilfreich sind. "So musste ich mir das nicht alles selbst zusammensuchen. Das hat mir sehr geholfen."

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