Mehr Raum für Pfleger und Bewohner

Ein Anbau soll im DRK-Pflegeheim in Mittweida nicht nur 27 neue Wohnplätze schaffen, sondern auch Verbesserungen für die bringen, die schon da sind. Bis zur Grundsteinlegung war es jedoch ein weiter Weg.

Mittweida.

Als der Kran kam, war Martin Kertzsch fasziniert. Seit im Februar die Bauarbeiten am Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Mittweida begonnen haben, kann der Heimbewohner sie von seinem Fenster aus verfolgen. "Das war für mich ein großes Erlebnis, ich hatte so etwas noch nie gesehen", sagte Kertzsch am Donnerstag bei der feierlichen Grundsteinlegung vor versammelter Gästeschar. Als Vorsitzender des Heimbeirats durfte der Senior ein Grußwort sprechen. "Ich hoffe, dass durch den Anbau für unsere Schwestern und Helfer einiges verbessert wird", sagte Kertzsch. "Ich wäre sehr dankbar, wenn ihnen die Arbeit erleichtert wird."

Das Pflegeheim an der Lauenhainer Straße sei vor 15 Jahren unter völlig anderen Bedingungen eröffnet worden, erklärte Jörg Hirschel, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Döbeln-Hainichen, zu dem die Einrichtung gehört. "Wir haben heute bedeutend mehr an Demenz erkrankte Bewohner, wir haben mehr Bewohner mit Rollstuhl, die Pflegegrade sind höher als damals." Als die ersten Bewohner einzogen, habe es zusätzlich zum Pflege-Personal nur eine einzige Betreuerin gegeben. "Heute gibt es ein ganzes Team an Betreuungskräften." Doch aus Platzmangel stünde diesen nicht einmal ein Spind zur Verfügung. "Es gibt keine Sozialräume für die Kollegen, es gibt keine Betreuungsräume, es gibt keine Therapieräume", sagte Hirschel. Für größere Veranstaltungen wie Sommerfeste und Weihnachtsfeiern habe jedes Mal ein Zelt aufgebaut werden müssen, weil der Platz fehlte.


Mit dem Anbau entstehen 27 neue Heimplätze - und die von Heimbewohner Martin Kertzsch erhofften Verbesserungen für die Angestellten der Einrichtung, darunter ein zweites Schwesternzimmer. Auch neue Therapieräume und Beschäftigungsmöglichkeiten soll es geben, auf jeder Station einen Gemeinschaftsraum für die Bewohner und auf jeder der drei Etagen je ein Doppelzimmer.

Insgesamt 3,2 Millionen Euro investiert das Rote Kreuz in den Erweiterungsbau. "Ohne Fördermittel", wie Jörg Hirschel betont. Der Weg zur Grundsteinlegung sei weit gewesen, erklärte er. Von den ersten Überlegungen bis zur Realisierung habe es über drei Jahre gedauert. Allein zwei Jahre seien vergangen, bis ein Vertrag mit dem Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) zustande kam. "Die Probleme mit dem KSV waren nicht ohne", bestätigte Heimleiterin Uta Schädlich. Das DRK habe zuerst nur 15 neue Plätze schaffen wollen - zu wenig für den Sozialverband, dem außerdem der Standort nicht gut gewählt erschien. "Das musste alles mehrfach überarbeitet werden", so Schädlich. Hinzu seien finanzielle Fragen gekommen. Schlussendlich sei jedoch eine Lösung gefunden worden.

Weil Alt- und Neubau miteinander verbunden werden sollen, wird die Bauzeit laut Schädlich etwas länger sein als wenn dies nicht der Fall wäre. "Wenn alles gut geht, können wir das Haus im Herbst nächsten Jahres eröffnen." Der Anbau wird im Stile des bestehenden Gebäudes und in der gleichen Höhe gestaltet, wirkt dadurch wie eine Verlängerung des Hauses. "Es wird überhaupt nicht auffallen, dass es nicht von Anfang an so war", sagt Uta Schädlich. Sie wünsche vor allem den Bewohnern ein gutes Durchhaltevermögen, sagte sie in ihrer Rede. Insbesondere, wenn die beiden Häuser zusammengefügt werden, werde es wohl etwas lauter werden.

Das Pflegeheim ist mit 68 Bewohnern aktuell voll belegt. Auf der Warteliste stehen laut der Heimleiterin fast 300 Personen, darunter jedoch auch Angehörige von Heimbewohnern und Mieter aus dem angrenzenden Neubaugebiet, die den Antrag eher provisorisch stellen. Um dringende Fälle handle es sich bei etwa 50 Personen.

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