Mit gefälschtem Führerschein unterwegs

Amtsgericht: Autofahrer erhält eine Geldstrafe

Von Helene Krause

Weil er der Polizei bei einer Kontrolle gleich zwei gefälschte Dokumente vorgelegt hatte, ist ein Mann in einer Verhandlung vor dem Döbelner Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 5500 Euro verurteilt worden.

Der Mann war von Polizeibeamten in einer Novembernacht im vorigen Jahr auf dem Rastplatz Rossauer Wald der Autobahn 4 kontrolliert worden. Dort hatte er mit einem Kleintransporter gehalten. Bei der Kontrolle legte er laut Anklage den Polizisten einen gefälschten Führerschein und einen gefälschten Personalausweis vor. Vorgeworfen wurde ihm daher Urkundenfälschung in zwei Fällen. Da er zum Tatzeitpunkt mit einem Auto unterwegs war, obwohl ihm zuvor der Führerschein entzogen wurde, musste er sich auch noch wegen des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Die Taten gestand der Angeklagte in der Verhandlung. "Es war ein Notfall", sagte er zur Begründung. "Mein Arbeitskollege ist ein älterer Mann. Er kann nicht mehr so lange fahren." Zur Tatzeit kamen der Beschuldigte und sein Kollege von Montagearbeiten in Baden-Württemberg. "Ich dachte, das Stück von Chemnitz nach Dresden kannst du noch fahren", so der Angeklagte. Als er Anfang 2015 wegen Drogenkonsums seinen Führerschein verlor, habe er sich die falschen Dokumente im Internet besorgt. Wie die Staatsanwaltschaft in der Verhandlung sagte, stammten die gefälschten Dokumente aus Kroatien. Bei ihnen fehlten jegliche Sicherheitsmerkmale. Sie wurden von der Polizei eingezogen.

Vor Gericht ist der Angeklagte nicht unbekannt. Sechs Einträge hat er im Bundeszentralregister, darunter aber keine einschlägigen. Diese früheren Taten hat der Mann, wie er vor Gericht erklärte, damals unter Drogeneinfluss begangen. Mittlerweile nehme er aber keine Drogen mehr. "Ich war bei der Entziehung", sagte er. "Ich habe einen Richtungswechsel vollzogen, mir eine Arbeit gesucht und eine Familie gegründet." Seit 2013 ist er, soweit dem Gericht bekannt, nicht wieder straffällig geworden.

Richterin Karin Fahlberg verurteilte den Beschuldigten wegen der angeklagten Taten zu einer Geldstrafe von 5500 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Strafe in Höhe von 7150 Euro gefordert. Der Verteidiger plädierte dagegen auf nur 4500 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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