Mit Hanf: Firma will Arbeitsplätze schaffen

Unternehmen aus Sachsen-Anhalt will im Kreis Werkstoffe herstellen

In Eppendorf bei Augustusburg steht die größte gewerbliche Ansiedlung seit 30 Jahren in Aussicht. Ein Unternehmen aus Sandersdorf-Brehna (bei Bitterfeld) in Sachsen-Anhalt will sich im Gewerbegebiet niederlassen. Das Unternehmen Canatur Innova beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Faserverbund- und Klimabaustoffen aus Hanf. Die Pläne stellte Geschäftsführer Rolf Schneider zur Gemeinderatssitzung vor. Die anwesenden Räte befürworteten das Vorhaben einstimmig.

So sei vorgesehen, im Gewerbegebiet an der Reifländer Straße eine rund 60.000-Quadratmeter-Fläche zu kaufen, um Lagerhallen, Produktionsgebäude sowie einen Sozial- und Verwaltungstrakt zu errichten. "Derzeit befinden wir uns in der finalen Abstimmung bezüglich der Finanzierung. Die Fördermittelbescheide der Aufbaubank liegen vor, jetzt müssen sich noch ein ausländischer Investor und die Sparkasse Mittelsachsen abstimmen", sagte Schneider. "Bleiben wir im Plan, könnten wir die Produktion 2020 aufnehmen", blickte der Geschäftsführer voraus. Die knapp 60 neuen Arbeitsplätze sollen durch Arbeitnehmer aus der Region besetzt werden. "Wir wollen die Fasern des Hanfs nutzen, um Verbundwerkstoffe herzustellen, die insbesondere für den sommerlichen Wärmeschutz sowie den Akkustikbau geeignet sind. Um genügend Material zur Verfügung zu haben, fanden bereits Gespräche mit Landwirten der Region statt. "Sie haben Interesse gezeigt, auf rund 3000Hektar Fläche Hanf anzubauen. Die geografischen Bedingungen dafür sind in Mittelsachsen sehr gut", sagte Schneider. In Mittelsachsen habe er Standorte in Döbeln, Hainichen und Roßwein geprüft. Dann bekam er den Tipp, sich in Eppendorf umzusehen. Die Gemeindeverwaltung Eppendorf hatte zuvor der Wirtschaftsförderung Sachsen sowie der IHK avisiert, über Grundstücke zu verfügen. "Auch wenn der Weg zur Autobahn etwas weiter ist, finden wir hier alle Voraussetzungen", sagte Schneider.

Der Geschäftsmann, der in Thüringen wohnt, betont: "Um es ganz klar und deutlich zu machen: Unser Unternehmen hat mit Drogen nichts am Hut." Ohnehin dürften in Deutschland nur Pflanzen mit einer unbedenklichen THC-Konzentration von unter 0,2 Prozent angebaut werden. (kbe)

0Kommentare Kommentar schreiben