Mit Kutter und Schiffchen: Förderschüler lernen praxisnah

Der Marineclub Lauenhain hat am Montag den Kindern der Rochlitzer Schule einen besondern Unterrichtstag ermöglicht. Für beide war es ein Neustart nach langer Pause.

Die Lernförderschule Rochlitz zu Gast beim Marineclub Lauenhain: Vorn in der Wasserbahn schwimmen die selbst gebauten Schiffchen.

Von Falk Bernhardt

Es ist ein Schultag, den man nicht so schnell vergisst. Nicht nur draußen in der Natur, sondern auch noch am und sogar auf dem Wasser. Seit gut 20 Jahren bietet der Marineclub Lauenhain Schülern die Möglichkeit, mal auf einem Boot mitzufahren, zu basteln und vor allem viel über den Wassersport, die Region und die Umwelt zu lernen.

Am Montag war nun eine Gruppe der Pestalozzi-Lernförderschule Rochlitz zu Gast. "Es sind 14 Mädchen und Jungen der Klasse 3", erklärte die Klassenleiterin Jeannette Heyne. "Für uns ist es der Wandertag, zugleich aber auch der erste große Ausflug seit gut einem Jahr." Wie gut die frische Luft und die neuen Erfahrungen für die Kinder waren, zeigte sich beim Mittagsplausch, als es Roster frisch vom Grill gab. "So ein schöner Tag", sagte eine Schülerin. Ein Mitschüler vergaß sogar seine Angst vor dem Wasser und verkündete im Nachhinein, dass er die nun gar nicht mehr habe. Stolz erzählten die Kinder von ihrer Fahrt auf dem Kutter, dass sie selbst auch mal ans Steuer durften. Natürlich hatten alle Rettungswesten an.

Neben den Einzelfallhelfern der Schule war auf dem Boot auch ein Rettungsschwimmer dabei. "Sicherheit ist ganz wichtig", erläuterte Sven Heller, stellvertretender Vereinschef des Marineclubs. Ins Wasser ist am Montag niemand gefallen, etwas nass wurde es dennoch, denn die zweite Attraktion des Tages war der Bau von kleinen Segelschiffchen aus Holzklötzen, die dann auf einer Wasserbahn aus Plastikrohren um die Wette fahren konnten.

"Solche Tage sind ein großer Gewinn für uns", versicherte Jeannette Heyne. "Man merkt richtig, wie alle aufblühen. Uns haben die Einschränkungen der Pandemie sicher noch härter als reguläre Schulen getroffen. Das Soziale und das Miteinander sind das, was wir brauchen." Schulen mit Förderschwerpunkt würden davon leben, draußen Erfahrungen zu machen. Besonders schwer sei es im Herbst 2020 gewesen, als es auch für die Förderschüler Distanzunterricht gab. Im Frühjahr 2021 habe man dann wieder in der Schule bleiben können.

"Es werden mehr Schüler bei uns, Kinder mit besonderer Lernvoraussetzung heißt das dann", erklärte der stellvertretende Schulleiter Christian Geitner. "Die Pandemie lässt die Zahlen sicher auch noch weiter steigen." Aktuell sind es in Rochlitz 125 Kinder von der ersten bis zur neunten Klasse. Der schließt sich ein Berufsvorbereitungsjahr an, dem der Hauptschulabschluss folgen soll. Das Einzugsgebiet der Schule reicht bis Penig, Geringswalde und Mittweida. Personalmangel sei auch in Rochlitz ein Problem, dennoch versuche das Team, den Unterricht immer spannend zu gestalten. "Wir wollen, dass die Kinder Spaß in der Schule haben", betonte Geitner.

Der vor 30 Jahren gegründete Marineclub bietet den Schülern die Projekttage kostenlos an. "Wir engagieren uns gern", sagte Heller. "Außerdem ist das für uns Mitgliederwerbung und Nachwuchsgewinnung." Zehn Kinder und Jugendliche sowie 15 Erwachsene gehören derzeit dem Verein an. Für den war es seit Beginn der Pandemie wieder der erste Projekttag. "Auch Regatten gibt es kaum noch, wir selbst haben dieses Jahr gar keinen Wettkampf ausgerichtet", so Heller. Wer Interesse am Verein hat, der finde Samstagnachmittag am Betonschiff "Niobe" im Talgut Lauenhain meist einen kompetenten Ansprechpartner.

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