Mittelsachsen trauern um Matthias Brade

Auch der Mittweidaer Karl-Heinz Nebel verliert Freund und Kollegen

Großschirma.

Die Trauerfeier für den bekannten Musiker, Erzähler und Schauspieler Matthias Brade findet am Dienstag statt. Der Großschirmaer Barde verstarb im Alter von 68 Jahren. Laut der Traueranzeige beginnt die Trauerfeier 11 Uhr auf dem Zentralfriedhof in Freiberg.

Viele Menschen haben ganz besondere Erinnerungen an Brade. Der Mittweidaer Karl-Heinz Nebel trauert um einen Freund und Kollegen. "Es ist nicht möglich, dass ich an Matthias Brade denke, ohne dass es schmerzt", sagt er. Er habe den Künstler kennengelernt, als 1998 im Wasserkraftwerk an der Zschopau das 75-jährige Bestehen gefeiert wurde. Der Verein "Mittelsächsischer Kultursommer", die Stadt Mittweida und die Hochschule ließen dafür zwei Persönlichkeiten aus den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts auferstehen: den damaligen Direktor des Technikums und Stadtrat Alfred Udo Holzt und den damaligen Mittweidaer Oberbürgermeister Hektor Freyer.

Nebel: "Die Rolle des Bürgermeisters wurde mir zugedacht, als Professor Holzt sollte mir Matthias Brade zur Seite stehen. Wir kannten uns bis dahin noch nicht. Unsere erste Begegnung war ein Pressetermin am Pfarrberg in Mittweida, zu dem die auferstandenen Persönlichkeiten vor der Kamera posieren sollten. Wir beide ahnten es damals noch nicht, dass das der Beginn einer lebenslangen Freundschaft sein sollte, die uns nicht nur auf der Bühne, sondern ebenso im Privaten verband. Mehrere Male spielten wir in Mittweida das Duo Holzt-Freyer, zudem standen wir beispielsweise auf der Augustusburg beim Jägerfest gemeinsam auf der Bühne." Er habe oft mit Brade telefoniert und über Dinge gesprochen, "die uns gerade am Herzen lagen". Die Gespräche endeten stets mit den Worten: Wir müssen uns unbedingt wieder treffen. Er werde es sehr vermissen, dass nie wieder Brades Name auf dem Display seines Telefons erscheine. Brades Eintrag werde aber im Telefon-Verzeichnis bleiben - "zum ewigen und dankbaren Gedenken an den Lehrer, an den Kollegen, vor allem aber an den Freund", so Nebel. (hh)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...