Mittweida bekommt öffentliches W-Lan

Nach Jahren der Planung sollen in Mittweida schon bald die ersten Hotspots für den mobilen Internetzugang ans Netz gehen. In anderen Städten gibt es solche Angebote bereits seit Jahren.

Mittweida.

Es ist im Januar 2014 gewesen, als Stadtratsmitglied Torsten Bachmann (Die Linke) erstmals ein Konzept zur Einrichtung eines öffentlichen W-Lan-Netzes in Mittweida forderte. Fast fünf Jahre später, im Januar 2019 , sollen laut Bachmann die ersten Hotspots an den Start gehen. "Leider hat das alles viel zu lang gedauert. Wir hätten ein Vorreiter sein können", meint er. Zehn eigene Zugangspunkte zum Internet wird die Stadt laut dem Fraktionschef zur Verfügung stellen.

"Ein genaues Datum gibt es aber noch nicht", lässt Stadtsprecherin Francis Pohl verlauten. Noch fehlten vertragliche Formalitäten, sowie die Planung technischer Details. Eine Liste mit möglichen Punkten nennt sie dennoch: Marktplatz, Tzschirnerplatz, Technikumplatz, Gaststätte Schwanenschlösschen, Kirchberg und Kirchplatz sowie eventuell der Jugendspielplatz.

Bachmann rechnet außerdem mit Hotspots an Freibad, Turnhalle und Stadion. Dennoch müsse die Euphorie etwas gedämpft werden, meint der Fraktionschef. Eine flächendeckende Verfügbarkeit des kostenlosen Internets in der ganzen Stadt sei nicht geplant. "Es soll ja nicht den privaten Internetanschluss ersetzen", meint er. Vor dem Hintergrund werde es auch laut der Stadtsprecherin "sicherlich für die Nutzung des öffentlichen W-Lan Einschränkungen geben". Die Kosten für den laufenden Betrieb der für das W-Lan nötigen Technik (Router) sollen laut Francis Pohl im Monat etwa 200 Euro betragen. Auch die Geschwindigkeit der Internetanbindung werde aktuell noch geprüft.

Das öffentliche W-Lan war in der Hochschulstadt über Jahre ein Thema. In der Zwischenzeit haben viele andere Kommunen in Mittelsachsen bereits ein Netz eingerichtet. Teils haben auch Privatpersonen über Vereine eigene Hotspots frei zur Verfügung gestellt. Eine Auswahl stellt die "Freie Presse" vor.

Flöha/Frankenberg: Nicht über die Stadt, sondern über einen Verein sind Flöha und Frankenberg mit öffentlichem W-Lan versorgt. "Freifunk Chemnitz" ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen, die ihren eigenen Internetanschluss anderen zur Verfügung stellen. Knapp die Hälfte der etwa 50 Zugangspunkte, die über den Verein in Mittelsachsen bereitgestellt werden, befinden sich in den beiden Städten.

Hainichen: Ebenfalls über Freifunk, allerdings in Zusammenarbeit mit der Stadt, sind erst vor kurzem zwei Hotspots in Hainichen entstanden. Auf dem Markt und im Freibad gibt es kostenfreies W-Lan. Weitere Standorte wie das Gellert-Museum, das Schulzentrum und das Sportforum hatt der Stadtrat jedoch vorerst abgelehnt.

Oederan: 2015 war Oederan einer der ersten Orte in Sachsen, der ein solches Angebot zur Verfügung stellte. Inzwischen gibt es kabelloses Internet am Markt, an der Großen Kirchgasse und am Altmarkt. Weitere Standorte sind laut Stadtverwaltung in Planung. Bürgermeister Steffen Schneider (Freie Wähler) zeigt sich zufrieden mit dem Angebot, die Nutzungszahlen seien gut: "Besonders junge Leute und die Schüler nutzen das Angebot viel." Unzufrieden zeigt er sich allerdings damit, wie wenig die örtlichen Händler die Möglichkeiten nutzten. So sei es möglich, gezielt Werbung auf die Handys der W-Lan-Nutzer zu senden und so auf das eigene Geschäft aufmerksam zu machen. Tatsächlich gemacht werde dies aber kaum.

Augustusburg: Im Dezember 2016 ging in Augustusburg das öffentliche W-Lan testweise an den Start. Inzwischen hat sich das System bewährt und versorgt den Markt bis zur Alten Apotheke. Laut Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) soll bis spätestens 2021 das Lehngericht und dessen näheres Umfeld angebunden werden. An Wochenenden gibt es laut Neubauer teils mehrere hundert Zugriffe auf das Netz - und das, obwohl das Angebot bislang kaum beworben wird. 2019 sollen Hinweisschilder installiert werden.

Rochlitz: Seit März ist auch Rochlitz mit öffentlichem W-Lan ausgestattet. Aktuell steht das Netz auf dem Marktplatz und den angrenzenden Straßen zur Verfügung. Die Nutzer werden dort nach zwei Stunden automatisch vom Netz getrennt, können sich aber sofort wieder einloggen. Mit den Nutzungszahlen ist die Stadtverwaltung zufrieden, so Patrick Schumann vom Bürgerservice. In den kommenden Wochen wolle die Stadt noch ein Hinweisschild installieren, um über das kostenfreie W-Lan zu informieren.

Freiberg: In Freiberg gibt es mehrere Hotspots im Innenstadtbereich. Unter anderem auch am Obermarkt. In Spitzenzeiten werden fast 200 Internetnutzer pro Tag gezählt, so Katharina Wegelt von der Stadtverwaltung.

Döbeln: Laut Thomas Mettcher, Sprecher von Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU), bieten öffentliches W-Lan in Döbeln aktuell nur verschiedene Unternehmen und Einrichtungen an. Weder in städtischen Einrichtungen noch im öffentlichen Raum gibt es ein entsprechenden Angebot. Einzig die Stadtbibliothek biete kabelloses Internet - allerdings gegen Bezahlung. Pläne, künftig wie in anderen Städten eigene Hotspots aufzubauen, gibt es laut Mettcher derzeit nicht.

Roßwein: Seit 2017 gibt es in Roßwein öffentliche Hotspots. Verfügbar sind sie auf dem Marktplatz sowie auf Teilen der Dresdner und der Nossener Straße. Laut René Handschack, IT-Systemadministrator der Stadt, nutzen das Internet hauptsächlich Schüler und Anwohner für Streamingdienste wie YouTube oder Spotify sowie für Messenger-Dienste wie Whatsapp. Einschränkungen bei der Nutzung gebe es nur zeitlich.

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