Mittweidaer Oberschule startet erweiterten Informatikunterricht

Der Lockdown hat den Beginn für den vertieften medialen Unterricht etwas verzögert. Doch die Lehrer haben die Zeit gut genutzt.

Mittweida.

Dieses Schuljahr sollte eigentlich der erweiterte Unterricht in Medienbildung, Informatik und Technologie, kurz M.I.T., an der Johann-Gottlieb-Fichte-Oberschule in Mittweida starten. "Corona hat uns einen Knüppel zwischen die Beine geworfen", sagt Schulleiter Matthias Möbius. So seien die Laptops erst eine Woche vor dem Lockdown geliefert worden. Gerade wollen sich alle Schulen digital aufrüsten, deswegen hatten die Firmen längere Lieferzeiten. "Doch dafür ist auch das Geld für die nötige Ausstattung vorhanden", so Möbius. Sobald die fünften Klassen wieder in die Schule kommen, werden die Laptops an die Schüler verteilt. Jeder Schüler bekommt einen persönlichen Computer, den er bis zum Abschluss benutzen kann.

"Wir werden das Handwerkszeug für die Digitalisierung in den Unterricht einbringen", sagt der Schulleiter. Digitale Unterrichtsmethoden würden da genutzt, wo sie hilfreich sind. So seien die Bücher für Mathe, Geschichte, Ethik und Geografie nur noch digital vorhanden. "Doch nicht in jeder Stunde wird mit diesen Medien gearbeitet", betont Möbius.

Im Lehrplan sei lediglich eine Stunde Technik und Computer enthalten. Das ist zu wenig, meint der Schulleiter. Zukünftig sollen die Schüler im fünften und sechsten Schuljahr den Umgang mit Geräten und Programmen erlernen. In der siebten Klassenstufe werden die Klassen neu aufgeteilt, so wird es in jedem Jahrgang eine M.I.T.-Klasse an der Fichte-Schule geben. "Dann geht es richtig mit dem Informatikunterricht los", sagt Möbius.

Schon früher hatte die Oberschule bei den Neigungskursen Unterricht in Programmierung und Robotik angeboten. "In der siebten Klasse gab es einen Programmierkurs und in der achten Klasse haben die Schüler ein Microcontrollerboard gebaut und programmiert", erklärt Informatiklehrer Jens Walsch. Doch 2018 wurden die Neigungskurse aus dem Lehrplan gestrichen.

Durch das Projekt der M.I.T.-Schulen in Sachsen hat die Fichte-Oberschule die Gelegenheit bekommen, den Informatikunterricht wieder auszubauen. Sven Hoffmann, Professor für Didaktik der Universität in Leipzig, hat dazu ein Konzept entwickelt. Insgesamt zwölf Schulen in Sachsen nehmen an dem Projekt teil. Es beinhaltet, dass Schulen in Netzwerke aufgeteilt werden, in denen je ein Gymnasium und drei Oberschulen zusammenarbeiten. Die Fichte-Oberschule ist in das Netzwerk Chemnitz integriert. Ihm gehören derzeit die Oberschule Claußnitz und das Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium in Chemnitz an - eine Oberschule fehlt also noch. "Die Schulen arbeiten zusammen und tauschen sich untereinander aus", erklärt Möbius. Ein weiterer Partner der Fichte-Oberschule im Rahmen des M.I.T.-Projekts ist die Hochschule Mittweida.

Die Lehrer der Mittweidaer Bildungseinrichtung nutzen gerade die Zeit, um sich ausführlich mit der Gestaltung eines digitalen Unterrichts zu beschäftigen. "Corona hat in dieser Hinsicht einige Sachen beflügelt", so Möbius. Mehr Kollegen hätten durch die Umstände Interesse an der Gestaltung eines digitaleren Unterrichts gezeigt. "Die meisten Kollegen und Schüler sind schon sehr fit was den Umgang mit der Plattform Lernsax betrifft", sagt Walsch. Die Schule arbeite schon länger damit. "Zum Glück hatten wir das schon vor dem Lockdown probiert", sagt Möbius.

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