Nachwuchs bei Adebar in Niederschöna

Das fünfte Jahre in Folge nutzen Störche den Horst auf der eigens installierten Nisthilfe. Insgesamt haben sie dort bislang sechs Junge ausgebrütet.

Ein Altvogel lässt sich auf dem Horst bei Niederschöna nieder. Bislang wurden dort sechs Jungvögel ausgebrütet.
Ein Foto von 2016: Jungstorch putzt sich kurz vorm Abflug.
Im Jahr darauf: Zwei Junge und ein Elternteil.
Ein Storchenjunges im Horst in Niederschöna, fotografiert und beringt im Juni. Die Hitze verkraften die Vögel wohl recht gut, sagt der Storchenbeauftragte Kai Schaarschmidt.

Von Frank Hommel und Bettina Junge

Insgesamt 13 Junge sind dieses Jahr im Landkreis Mittelsachsen geschlüpft. "Drei mehr als im Vorjahr", sagt Storchenbeauftragter Kai Schaarschmidt. Schon jetzt könne er sagen, dass es ein gutes Storchenjahr ist. Sieben Horste seien besetzt - in Penna, Polditz, Altmittweida, Niederschöna, Helbigsdorf, Neuwallwitz und Burgstädt. Außer in Burgstädt hat Schaarschmidt überall Nachwuchs gesichtet.

Die Nisthilfe in Niederschöna, vor etwa 15 Jahren installiert, wurde erstmals 2014 besetzt, seitdem jedes Jahr. Außer 2015 gab es dort auch jedes Jahr Junge. Inklusive dieses Jahr schlüpften dort nun insgesamt sechs Störche aus dem Ei. "Der Bruterfolg ist damit als eher mäßig einzustufen", schätzt Schaarschmidt. Das könne an zu wenig Nahrung im Umfeld liegen, aber auch an noch recht jungen und unerfahrenen Altvögeln. Schaarschmidt: "Insgesamt ist es aber doch schön, einen weiteren Standort in Mittelsachsen zu haben, und man muss sehen, was die Zukunft für den Horst bringt."

Theoretisch denkbar sei, dass immer die selben Störche nach Niederschöna zurückkehren, erläutert der Experte. "Weißstörche sind eigentlich immer bestrebt, einen einmal erfolgreich benutzten Horst wieder zu besetzen", sagt Schaarschmidt - und räumt mit einer romantischen Vorstellung auf: "Diese Nistplatztreue ist auch der Grund, dass Paare sich recht oft wieder am gleichen Platz zusammenfinden. Romantisch gesehen ist das dann Partnertreue. Aber in der Wirklichkeit in der Natur und speziell bei den Störchen ist es eine Bindung an den Nistplatz."

Kritisch sieht Schaarschmidt die intensive Bewirtschaftung vieler Flächen: "Die Nahrungssituation für den Weißstorch und viele andere Vogelarten steht nicht zum Besten. Wenn wir nicht lernen, Flächen extensiv zu bewirtschaften, werden wir zumindest in der Offenlandschaft weiterhin einen Abwärtstrend in der Vogelwelt und allgemein in der Vielfältigkeit unserer Natur erleben und hinnehmen müssen." So sei es in diesem Jahr eher ein glücklicher Umstand gewesen, dass große Storch-Populationen in Spanien und Portugal im Südwesten weiter wuchsen. Die Störche zogen dann auch weiter nach Mittelsachsen.

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