Neue Attraktion in Augustusburg

Der "Kurfürstin-Anna-Garten" und der Anna-Weg sind nun eröffnet. Die einstige Landesmutter hatte sich der Kräuterkunde verschrieben.

Augustusburg.

Die Kräuter im neuen "Kurfürstin-Anna-Garten" in Augustusburg trotzten dem Schnee und dem Regen der vergangenen Tage. Zur Eröffnung des neu angelegten Kräutergartens fanden sich am Samstag trotz des kalten und nassen Wetters Besucher ein. Unterhalb des Schlosses, im früheren Schulgarten, wurde im Auftrag der Stadt eine Anlage mit Kräutergarten zu Ehren der ehemaligen Kurfürstin Anna von Sachsen (1532 bis 1585) angelegt. Sie hatte sich einst der Kräuterkunde verschrieben. In Erinnerung an ihren Gatten, Kurfürst August von Sachsen, der sich viel mit der Kultivierung und Veredlung von Obst beschäftigte, wurden unterschiedliche Obstbäumchen entlang des neuen Anna-Weges gepflanzt. Dieser führt von der historischen Altstadt bis zum Schloss.

Aufgeteilt sind die Beete thematisch in Heil- und Küchenkräuter. Die Kurfürstin Anna höchstpersönlich, alias Schauspielerin Birgit Lehmann, lüftete am Samstag so manches Geheimnis um die Kräuterkunde aus vergangenen Tagen. So erklärte sie den Besuchern, dass sich Männer zu damaliger Zeit gern das Kraut "Liebstöckel" in den Hosenlatz steckten, "um die Leidenschaft zu fördern". "Die Kurfürstin hat schon von Kindesbeinen an viel zum Thema Kräuterheilkunde von ihrer dänischen Königsmutter übernommen", sagte Birgit Lehmann. Durch Schriftwechsel zwischen der Kurfürstin Anna und dem Schlossbaumeister Hieronymus Lotter sei dokumentiert, dass es auf Schloss Augustusburg einen Kräutergarten gegeben haben muss. "Der Kurfürst hat seiner Anna damals sogar ein Buch zum Thema Kräuter- und Blumenkunde fertigen lassen", sagte Birgit Lehmann.


Esther Schramm war am Samstag als Besucherin im "Kurfürstin-Anna-Garten" unterwegs. "Der Garten ist wunderschön geworden", sagte die Augustusburgerin. Eberhard Meyerhoff, der Gärtner der neuen Anlage, sowie Kräuterfrau Elisabeth Püschmann teilten sich in die Kräuterführungen. "Den heimischen Kräutern machen die niedrigen Temperaturen nichts aus", sagte Meyerhoff, der künftig täglich etwa eine Stunde Arbeit im Anna-Garten verrichten wird, um alles in Schuss zu halten.

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