Neue Chance für alte Frankenberger Wohnblöcke

Abriss ohne Alternative war gestern. Frankenberg steuert um und will das Wohngebiet nahe der Äußeren Freiberger Straße nun aufwerten. Großvermieter sanieren Wohnblöcke und setzen auf Neues.

Frankenberg.

Der Beschluss trug den eher trockenen Titel Fördergebietskonzept Stadtumbau Aufwertung und Rückbau. Doch das Ja der Frankenberger Stadträte dazu hat es in sich. Denn nun steht der Rahmen dafür, dass die Großvermieter Wohnungsgesellschaft (WGF) und Allgemeine Wohnungsgenossenschaft (AWG) an weitere Fördermittel für den Stadtumbau herankommen.

Aufgewertet werden zum Beispiel die Gebäude an der Einsteinstraße 39 bis 45, an der Kopernikusstraße 1 und an der Max-Kästner-Straße 53 bis 57. "Sie sind im Eigentum der WGF", sagte deren Geschäftsführer Heiko Schwarz. "Diese Wohnblöcke sollen umfangreich modernisiert und instand gesetzt werden", so Michael Thiel, Amtsleiter für Bauaufgaben.

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Auf Um- und Ausbau stehen die Zeichen auch beim Haus an der Gutenbergstraße 53. Die AWG realisiert dort "genossenschaftliches Wohnen und Inklusion für Menschen mit und ohne Behinderung". "Wir planen 18 Zwei-Raumwohnungen zwischen 41 und 63 Quadratmetern, einen Besucherraum und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung mit dem DRK als Pflegedienstleister und einem Concierge", sagte Denise Oehms, geschäftsführende kaufmännische AWG-Vorständin. Der Wohnraum ist Senioren und Menschen mit Behinderung vorbehalten. Voraussetzung ist eine Pflegestufe. Die Bauarbeiten beginnen in diesen Tagen. Die Fertigstellung ist für das zweite Halbjahr 2020 vorgesehen. "Die Kostenschätzung beläuft sich momentan auf rund 1,3 Millionen Euro", so Oehms. Die AWG hält auch an dem Plan fest, das Grundstück vor dem Gebäude in einen kleinen Park zu verwandeln, gemeinsam mit der WGF.

Keine Planänderungen gibt es beim Abriss. Davon betroffen sind die Max-Kästner-Straße 50 bis 56, die Gutenbergstraße 30 bis 38, 40 bis 50 und 52 bis 62 (alle WGF) sowie die Händelstraße 3a bis 3b. Die letzten beiden Häuser gehören der AWG. Kritik gibt es am Rückbau von mehreren der elf barrierefreien Wohnungen in der Gutenbergstraße, davon acht derzeit vermietet. "Die Kritik und die Sorgen der Mieter dieser Wohnungen sind bekannt", räumte Heiko Schwarz ein. "Im Speziellen geht es um zwei Wohnungen, in denen Mieter mit Handicap leben. Wir werden bis zum geplanten Abriss des Gebäudes im Jahr 2022 eine gemeinsame Lösung für eine adäquate Unterbringung der betroffenen Familien finden. Entsprechende Gespräche finden bereits statt."

Die Häuser an der Gutenbergstraße 30 bis 40 sind bereits leergezogen und werden noch in diesem Jahr abgerissen. Der Rückbau der Blöcke Gutenbergstraße 40 bis 50 und 52 bis 62 erfolgt im Jahr 2022. "Wir haben die Mieter über diese Zeitschiene bereits informiert", so Schwarz. Für die Max-Kästner-Straße gebe es noch keinen Zeitplan. Der Rückbau erfolge jedoch nicht vor 2023.

Bei dem überprüften und nunmehr neu aufgestellten Fördergebiet handelt es sich um das Areal östlich der Bahnlinie entlang der Äußeren Freiberger Straße. "Die städtische Prägung entwickelte sich zum großen Teil zwischen den 1950er- und den 1980er-Jahren", erklärte Michael Thiel. Dort wuchs die Stadt aufgrund des Sanierungsstaus der Wohnhäuser in der historischen Altstadt. Inzwischen seien aber viele Häuser in den traditionellen Quartieren renoviert. Daher zieht es Frankenberger wieder ins Zentrum.

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