Neue Mieter dürfen Zuhause mitgestalten

Für die Genossenschaft in Hainichen sind leere Wohnungen das größte Problem. Mit frischen Farben sollen Häuser attraktiver werden.

Hainichen.

Die Wohnungsgenossenschaft Hainichen hat wieder verstärkt mit Leerstand zu kämpfen. "Ende 2016 hatten wir nur 14 leere Wohnungen, also 2,6 Prozent unseres Bestandes. Seitdem wuchs unser Leerstand wieder kontinuierlich an", erklärte der Geschäftsführende Vorstand Michael Hofer zur Jahreshauptversammlung am Mittwoch. "In den großen Städten fehlt bezahlbarer Wohnraum, bei uns steht er leer."

Die Genossenschaft besitzt in den Gebieten Thomas-Müntzer-Siedlung, Ottendorfer Hang und an der Georgenstraße insgesamt 548 Mietwohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von fast 30.000 Quadratmetern. Zum Jahresende standen 60 vermietbare Wohnungen leer, 48 Kündigungen standen 25 Neuvermietungen gegenüber. Die Leerstandsquote erhöhte sich im Jahresschnitt auf 8,9 Prozent - laut Hofer liegt sie damit aber immer noch unter dem Durchschnitt aller Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften Mittelsachsens.


Für Reparaturen, laufende Instandsetzungen sowie Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wurden im Vorjahr rund 630.000 Euro aufgewandt. Die Zahl der Mitglieder ging um 10 auf 559 zurück. Im Jahresabschluss 2018 wird bei einer Bilanzsumme von knapp 17,4 Millionen Euro ein Überschuss in Höhe von rund 210.000 Euro ausgewiesen.

"Hoffen wir also gemeinsam weiter, dass es künftig mit und in Hainichen wieder aufwärts geht," so Hofer. "Die Stadt muss wieder attraktiver für ihre Bewohner und Neuansiedler werden, damit die Bevölkerungszahl wieder steigt." Die Wohnungsgenossenschaft wolle dazu ihren Beitrag leisten.

So wurden im Vorjahr Fassaden an den Wohnanlagen in der Thomas-Müntzer-Siedlung farbenfroh gestaltet. Laut Hofer gab es dazu viele positive Rückmeldungen. Weitere Häuser sollen in diesem Jahr folgen. Der Giebel der Nummer 15 wird zudem von Künstler Jens Ossada aus Ehrenberg mit Motiven der Stadt Hainichen wie der Camera obscura und dem Gellertdenkmal und einem Barkas B-1000 gestaltet.

Auch 2020 soll die farbliche Neugestaltung fortgesetzt werden, dann auch in der Georgenstraße. Vorgesehen ist in diesem Jahr die Sanierung von Treppenhäusern in beiden großen Wohngebieten. Größter Ausgabeposten im Vorjahr waren Baumaßnahmen, um leerstehenden Wohnraum wieder zu vermieten. Dabei gehe man laut Hofer intensiv auf die Wünsche der neuen Mieter ein. 2018 wurden dafür mit 300.000 Euro aber gut 100.000 Euro weniger als vorgesehen abgerufen. Für 2019 stehen für den Umbau von Leerwohnungen etwa 330.000 Euro zur Verfügung.

Eine Wohnung wurde weitestgehend behindertengerecht umgebaut. Der querschnittsgelähmte Mieter kann über einen Treppenlift die Räume im Erdgeschoss erreichen und auch weitestgehend ohne fremde Hilfe verlassen. Eine zweite Wohnung mit etwa gleicher Ausstattung und Nutzungsmöglichkeit soll im Oktober übergeben werden. Zudem werden bis dahin auch zwei Wohnungen zu einer Fünf-Raum-Wohnung zusammengelegt. Dabei erfolgt ein kompletter Umbau der Bäder und Küchen.

"Dieses Angebot war zwingend erforderlich, mussten wir doch in jüngster Vergangenheit zwei für uns sehr schmerzhafte Kündigungen hinnehmen, weil wir den Wunsch nach einer größeren Wohnung nicht erfüllen konnten", erläutert Hofer. "Eine möglichst geringe Anzahl leer stehender Wohnungen ist wichtig, um auch weiterhin keine Wohngebäude abreißen zu müssen."

Ein großes Mieterfest, das im Vorjahr auf dem neugestalteten Areal in der Müntzer-Siedlung Premiere hatte, soll es 2020 wieder geben, wenn die Genossenschaft dann den 65. Jahrestag der Gründung begeht.

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