Neue Nachbarn für Legoland-Bewohner

Bislang klaffte eine Lücke im Frankenberger Osten. Doch nun kommen einige Baugrundstücke auf den Markt. Und darüber freuen sich nicht nur potenzielle Bauherren.

Frankenberg.

Geht alles gut, dann kann sich Frankenbergs Kämmerer Bernd Zimmermann demnächst über eine sechsstellige Überweisung freuen: Der Stadtrat soll am Mittwoch über den Verkauf dreier städtischer Flurstücke entscheiden. Die Hausbau und Grundstücke Andreas Ritter GmbH will dafür einen Kaufpreis in Höhe von 420.000 Euro hinblättern.

"Die Nachfrage nach Wohngrundstücken in Frankenberg ist ungebrochen hoch", sagte Michael Thiel, Amtsleiter für Bau- und Ordnungsaufgaben der Stadt auf "Freie Presse"-Anfrage. Bei den nun zum Verkauf stehenden Flurstücken handelt es sich um Felder im Osten der Stadt. Südlich der Äußeren Freiberger Straße klafft zwischen den Wohnblöcken an der Gutenbergstraße und dem Legoland eine Lücke. Das Legoland, ein beschauliches und kleinteiliges Wohngebiet, erhielt seinen Spitznamen durch die vielen gleichförmigen Häusertypen, einheitlich weiße Wände und rote Dächer entlang des Mühlbergrings.

Die Bewohner der Siedlung werden also neue Nachbarn erhalten. Damit mussten sie aber rechnen. Denn schon beim Ankauf der Flächen durch die Kommune vor einigen Jahren stand laut Thiel fest: Hier würden eines Tages Wohnungen entstehen. Einen Namen hat das Projekt auch schon: "Am Frankenpark" entstehen 25 Baugrundstücke. Der Investor beabsichtigt, die Flächen zu entwickeln und diese danach zu verkaufen. Deren Preise werden marktüblich ausfallen. Die Preisangabe "zwischen 70 und 100 Euro" machte in der öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses die Runde. Dessen Mitglieder stimmten mehrheitlich für die Veräußerung der Gesamtfläche von circa 35.000 Quadratmetern. Beim Beschluss gab es lediglich zwei Enthaltungen.

Zur Ermittlung des Wertes von 420.000 Euro wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Es liegt keine Veräußerung unter Wert vor", so die Stadtverwaltung. Seit Montag ist der Entwurf des Bebauungsplanes "Am Frankenpark" in der Stadtverwaltung einzusehen. Anfangs waren sogar 28 Plätze für Eigenheime vorgesehen. Die benachbarte Bundeswehr forderte jedoch eine Reduzierung der Parzellen. Der Grund: Vom Kasernengelände könnte ein zu hoher Lärmpegel ausgehen. Daher finden nun ein Wendehammer und Grün Platz an der Straße.

Die Verkehrsanbindung des neuen Wohnbaugebietes erfolgt über die Gutenbergstraße. Die Regie dafür übernimmt die Kommune. Bewohner des Baugebietes "Am Mühlberg", so der offizielle Name des Legolandes, können auch künftig zu Fuß in den nahegelegene "Frankenpark" mit seinen Geschäften gehen. Diese Verbindung kann in Notfällen auch befahren werden. Vom Stadtrat wurde zudem ein überfahrbarer Fußweg im Wohngebiet gefordert.

Die Einnahme kommt der Stadtverwaltung sehr gelegen: Nach der Großinvestition in die Landesgartenschau (insgesamt 25,5 Millionen Euro, davon 4 Millionen Euro Eigenmittel) und der Durchführung des Ereignisses (5,3 Millionen Euro) betont Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) in diesen Tagen immer wieder, dass nun zunächst etwas kleinere Brötchen gebacken werden müssen. Immerhin sollen auch insgesamt 42 Millionen Euro in die Bildungs-Infrastruktur der Stadt investiert werden. "Und wir haben, abgesehen von der Bundeswehr, keine öffentlichen Einrichtungen in Frankenberg", unterstrich der Bürgermeister. "Aber wir haben uns."

Öffentliche Sitzung des Stadtrates Frankenberg Mittwoch ab 19 Uhr im Veranstaltungs- und Kulturforum Stadtpark, Hammertal 3

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...